Tränen im Badezimmer- Baden und Zähneputzen als Herausforderung

Beitragsbild Blogartikel Tränen beim Zähneputzen und Baden - Schlumpffigur beim Zähneputzen / Zahnputzschlumpf

Der Herbst ist da und mit ihm viele lustige Pfützen zum Springen und Matsch zum Backen. Ich liebe es meinen Minis dabei zuzuschauen, wie sie die Welt entdecken und sie durch ihre Augen noch einmal selbst ganz neu sehen. Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu und ich freue mich auf einen ruhigen Abend. Schließlich sind alle glücklich, müde und geschafft. Doch wenn ich in den letzten Jahren eins gelernt habe, dann dass die entspannteste Stimmung innerhalb weniger Sekunden in das Gegenteil umschlagen kann. Und phasenweise reicht hierzu der Gang ins Badezimmer aus. Können wir Tränen beim Baden, Zähneputzen & Co. verhindern?

Wenn die ersten Zähne da sind

Wann die ersten Zähne durchbrechen kann vollkommen unterschiedlich sein. Während es sogar Kinder gibt, die bereits mit einem oder mehreren Zähnen zur Welt kommen, zeigt sich bei anderen Babys im gesamten ersten Lebensjahr kein einziges Zähnchen. Meist tauchen die ersten Zähnchen um den 6. Monat herum auf. Bevor wir eine Ecke entdecken können, müssen sich die kleinen Zähnchen zunächst einmal langsam immer weiter nach oben schieben. Dabei kann das Zahnfleisch anschwellen und es kann unangenehm drücken und schmerzen. 

Nicht nur der Zeitpunkt sondern auch die Reaktion unserer Minis auf das Bewegen und Durchbrechen der Zähne kann ganz verschieden sein. Unsere Jungs haben sehr gelitten und jeder einzelne Zahn hat uns so einige schlaflose Nächte beschert. Unsere Mini-Maus hingegen hat ihre Zähnchen unbemerkt im Schlaf bekommen. Typische Begleiterscheinungen des Zahnens sind sabbern, Durchfall, erhöhte Temperatur, unruhiger Schlaf, rote Wangen, Appetitlosigkeit oder auch ein roter Po. 

Was hilft bei Zahnungsschmerzen?

  • Kaltes Obst im Obstsauger
  • Viel Nähe im Tragetuch
  • Gekühlter Beißring
  • Nasser kalter Waschlappen zum Kauen
  • Zahnfleischmassage mit einem Fingerling
  • Kalter Kamilletee
  • Gekühltes Fruchtpürree

Ab wann sollten die Zähne geputzt werden?

Ab dem ersten Zahn sollte das regelmäßige Zähneputzen am Morgen und am Abend selbstverständlich sein. Dein Baby kann sich bereits an diese Routine gewöhnen, wenn du das Zahnfleisch schon vorher regelmäßig mit einem Waschlappen oder einer Fingerzahnbürste massierst. Für die meisten Babys ist der Druck auf das Zahnfleisch sogar sehr angenehm. Auch wenn unsere Minis schon früh alles selbst machen wollen, sollten wir noch bis ins Schulalter hinein immer gründlich nachputzen. Experten empfehlen dies solange zu tun, bis das Kind flüssig schreiben kann. 

Wenn das tägliche Zähneputzen zur Herausforderung wird

Aber was ist, wenn dein Kleines dann in eine Phase kommt in der es sich nicht mehr so bereitwillig die Zähne putzen lassen möchte?

  • Sei ein gutes Vorbild (*Werbung*), denn unsere Kinder lernen am Besten durch Nachahmung. Beobachtet dein Baby von Anfang an, dass und wie du regelmäßig die Zähne putzt, wird es das nachahmen wollen. Vielleicht darf dein Kleines sogar einmal bei dir nachputzen?
  • Gerade für kleine Kinder ist Zeit oft noch nicht greifbar. Eine kleine Sanduhr, die selbst umgedreht werden darf, kann hier helfen.
  • Selbst Entscheidungen zu treffen ist für Kinder sehr wichtig. Lass dein Mini doch seine Zahnbürste mit dem Lieblingsmotiv oder in der Lieblingsfarbe aussuchen. Putzt es lieber im Sitzen oder im Stehen? Jede Entscheidung die selbst getroffen werden darf, macht es deinem Mini einfacher.
  • Warum soll ich überhaupt die Zähne putzen? Es dauert nicht lange, bis unsere Kinder ihre Welt verstehen möchten. Nutze Bilderbücher und Geschichten um zu erklären warum das Zähneputzen so wichtig ist.
  • Mit Spaß geht alles leichter. Putzt nicht Mama sondern eine Handpuppe macht es gleich viel mehr Spaß.
  • Versuche es doch einmal mit einem lustigen Zahnputzlied. 
  • Am Fenster die Zähne zu putzen kann für dein Kind auch spannender sein als der Blick auf die Badezimmerwand.
  • Vielleicht könnt ihr euch auch abwechseln. Lass dein Kind doch im Gegenzug auch mal bei dir putzen. Das könnt ihr sowohl gleichzeitig als auch nacheinander probieren.
  • Manche Kinder finden eine elektrische Zahnbürste spannend.
  • Habt ihr schon mal nachgezählt wie viele Zähne dein Kind schon hat? Täglich zu kontrollieren ob noch alle da sind kann auch ein lustiges Spiel sein. 
  • Schaut dein Kind gerne Bilderbücher an? So vergeht die Zeit des Zähneputzens gleich viel schneller. 
  • Manche Kinder finden es lustig das Zähneputzen in einem Handspiegel oder einem niedrig angebrachten Spiegel an der Wand zu beobachten.
  • Wenn dein Mini einmal so gar nicht putzen möchte dann versucht es doch einfach später noch einmal. Achte grundsätzlich darauf, dass dein Kind noch nicht zu müde ist. Manchmal hilft es schon etwas früher zu putzen. 
  • Schon mal daran gedacht die Zahnpasta zu wechseln? Du magst sicherlich auch nicht jede Zahncreme.
  • Vielleicht ist auch die Zahnbürste für dein Kind unangenehm. Achte auf weiche Borsten. 
  • Achte darauf, dass das Zähneputzen nicht zum negativen Erlebnis wird. Brechen beispielsweise gerade neue Zähne durch kann dies schmerzhaft sein. Wenn das Nachputzen dann ausnahmsweise einmal etwas kürzer ausfällt und nicht ganz so gründlich erfolgt, ist das für die Zahngesundheit langfristige sicherlich besser als nun unter Schmerzen und Tränen auf das ordentliche Putzen zu bestehen.

Karies in Milchzähnen

Ist Karies in Milchzähnen denn überhaupt so schlimm? Schließlich verlieren unsere Minis diese doch ohnehin.

Einerseits dienen die Milchzähne als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Werden sie zu früh verloren, kann das zu Problemen bei der Zahnstellung der bleibenden Zähne führen. Außerdem können die Milchzähne die bleibenden Zähne bereits mit Karies anstecken, noch bevor diese durchbrechen. Daneben kann ein Loch im Zahn sogar ein Abszess verursachen. Mehr Infos zum Thema Karies bei Kindern findest du auch hier. Das alles möchten wir unseren Kindern ganz sicher ersparen, so dass es sich lohnt schon früh auf eine gründliche Zahnpflege zu achten.

Mit dem Kind zum Zahnarzt

Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt die FU 1 a als erste Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt bereits zwischen dem 6. und 9.  Monat. So kann sich dein kleines Wunder schon früh an regelmäßige Besuche beim Zahnarzt gewöhnen und bringt den Zahnarzt nicht mit Schmerzen in Verbindung. Hat dein Schatz größere Geschwisterkinder, die beim Zahnarzt besonders tapfer sind? Dann kann es dir nicht nur Zeit sparen die Vorsorgetermine zusammenzulegen sondern dein Mini hat auch ein tolles Vorbild.

Damit dein Kind keine Angst vor dem Zahnarzt entwickelt solltest du auf deine Äußerungen im Alltag achten. Ist dir schon mal ein drohendes “Dann musst du zum Zahnarzt” herausgerutscht? Ich bin der totale Angsthase wenn es um den Gang zum Zahnarzt geht. Auch wenn es schwer fällt tun wir unseren Minis einen Gefallen, wenn wir versuchen uns das möglichst wenig anmerken zu lassen. Wir haben uns aus diesem Grund dazu entschieden, dass es besser ist wenn mein Mann die Zahnarztbesuche mit unseren Kindern übernimmt. 

Es gibt Zahnärzte die sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert haben. Vielleicht hat jemand aus deinem Umfeld einen Tipp. 

Hat dein Kind einen besonders wichtigen Spielkammeraden wie z. B. ein Lieblingsstofftier? Einerseits könnt ihr damit schon zuhause immer mal wieder Zahnarzt spielen. Andererseits kann dieser euch aber auch zum Zahnarzt begleiten und jede Menge Sicherheit geben. 

Baden soll ich jetzt auch noch?

Ein Baby muss nicht jeden Tag baden sondern für die Haut ist es sogar besser wenn ihr das Baden auf 2 – 3 Mal wöchentlich beschränkt. Ansonsten reicht eine gründliche Wäsche von Gesicht, Hals, Händen und Po mit dem Waschlappen aus. Probiere doch einmal Waschlappen die aussehen wie Handpuppen. Mit etwas Spaß geht das Waschen hier leichter.

Und wenn dann doch einmal wieder Badetag ist?

  • Wenn dein Baby müde oder hungrig ist sind Tränen vorprogrammiert.
  • Achte auf eine angenehme Wasser- (ca. 37°C) und Raumtemperatur.
  • Gedämpftes Licht ist für dein Baby sicherlich angenehmer als grelle Lampen.
  • Vielen Kindern macht eine große Badewanne Angst. Probiert es mit einer kleineren Babybadewanne oder einem Badeeimer.
  • Auch ein Badewannensitz kann eine Alternative sein die Sicherheit gibt.
  • Eine rutschige Badewanne kann ganz schön unangenehm sein. Das lässt sich mit einer Anti-Rutschmatte lösen. 
  • Auf Mamas Arm ist es doch am Sichersten. Genießt doch einmal ein gemeinsames Bad.
  • Habt ihr es schon mal mit Duschen probiert? Dein Baby kann auch im Sitzen duschen. 
  • Ängste können sich auch erst im Laufe der Zeit entwickeln. Hat dein Kind generell Angst vor Wasser solltest du das ernst nehmen. Versuche es zunächst mit wenig Wasser und steigere die Wassertiefe langsam.
  • Während manche Kinder Schaum lieben kann er bei anderen Kindern Angst auslösen. Ist das bei deinem Kind der Fall dann nutze lieber ein paar Tropfen Öl.
  • Größere Kinder können das Badewasser selbst einlassen. Kleine Kinder können dabei helfen den Wasserhahn zu öffnen und wieder zu schließen. 
  • Sucht gemeinsam spannendes Badespielzeug aus. Kleine Becher, Löffel oder Kindergießkannen können beispielsweise für viel Spaß sorgen.
  • Gemeinsames Singen, Musik hören oder ein spannendes Hörspiel können für Ablenkung sorgen. 
  • Sage deinem Mini immer was du tust. Das fördert nicht nur die Sprachentwicklung sondern gibt deinem Kleinen auch die Möglichkeit sich auf das vorzubereiten, was gleich passieren wird.
  • Nutze eine Duschhaube, eine Taucherbrille oder einen Waschlappen um zu verhindern, dass Wasser in die Augen bzw. ins Gesicht gelangt. Das Gesicht kannst du auch noch nach dem Baden waschen.
  • Lustige Waschhandschuhe sorgen auch in der Badewanne für Spaß.
  • Wickel dein Baby nach dem Baden in ein warmes Handtuch ein und kuschelt ausgiebig. Das schafft einen positiven Abschluss.

Ziepen beim Kämmen

Unsere kleine Mini-Maus liebt ihre bunten Haarspangen. Sie werden mit ganz viel Geduld jeden Morgen passend ausgewählt. Aber wenn die Bürste ins Spiel kam war die Freude bei unserem kleinen Lockenkopf ganz schnell verschwunden. Den Vorschlag ihre Haare wenigstens ein kleines Stück abzuschneiden habe ich mich nur ein einziges Mal getraut zu machen, denn er hat für einen handfesten Wutanfall gesorgt. Inzwischen konnten wir das Thema zwar nicht komplett lösen aber doch extrem verbessern: 

  • Kämme die Haare vor dem Waschen noch einmal gut durch.
  • Achte beim Waschen darauf die Haare nicht unnötig zu verwirren sondern das Shampoo (*Werbung*) nur vorsichtig und in Wuchsrichtung auf der Kopfhaut zu verteilen.
  • Nutze ein natürliches Produkt ohne unnötige Zusätze das die Haare pflegt. Gesunde und gepflegte Haare sind besser kämmbar und verknoten weniger schnell als ausgetrocknete und raue (strohige) Haare.
  • Haarspülung sorgt grundsätzlich dafür, dass die Haare leichter gekämmt werden können. Gerade bei unseren Kindern ist es aber wichtig ein Shampoo und eine Spülung ohne Silikone zu verwenden um die Kopfhaut nicht unnötig zu belasten. Während ich mein Treatment (*Werbung*) nur als klassische Spülung verwende, verteilen wir es bei unserer Mini-Maus inzwischen nach dem Waschen und Ausdrücken der Haare einen Klecks in den Haarlängen (nicht auf der Kopfhaut da die Haare sonst schnell fettig wirken). Das  hat für uns persönlich den größten Effekt.
  • Die Haare trocken zu rubbeln ist keine gute Idee, denn dadurch werden die Haare noch weiter aufgeraut und zerzaust. Drücke sie lieber vorsichtig mit einem Handtuch aus.
  • Entwirrbürsten ziepen weit weniger als herkömmliche Bürsten. 
  • Wenn du beim Kämmen eine Hand an den Kopf legst und die Haare so leicht fest hältst zieht es noch ein bisschen weniger. 
  • Beim Spielen und in der Nacht verknoten die Haare mit einem Zopf weniger. Dieser hat unsere Mini-Maus jedoch beim Schlafen gestört. Die Lösung war ein locker geflochtener Zopf bei dem das Haarband nicht am Kopf drückt. 

Entspannung für Mama

Befinden sich die Minis nach einem aufregenden Tag mit einem hoffentlich entspannten Abschluss nun im Land der Träume hast du als Mama dir eine Auszeit mehr als verdient. Pflege dich (*Werbung*) und schöpfe Kraft für den nächsten Tag. 

Dir hat mein Artikel gefallen? Dann lies doch hier weiter: 

Newsletter

“Frau Mama”

Du möchtest noch mehr Infos rund um deine nachhaltige und achtsame Baby- und Kleinkindzeit? Komm in meine kostenlose Facebook-Gruppe und tausche dich mit mir und anderen Mamas aus.  

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert