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Seit vielen Jahren gehören Feuchttücher für die meisten Eltern ganz selbstverständlich zum Wickelalltag. Die Wenigsten davon machen sich wirklich Gedanken darüber, womit sie so tagtäglich über die so sensible Babyhaut wischen. Oder darüber, wie hoch der Müllberg durch die Feuchttücher der gesamten Wickelzeit ist. Dabei ist die natürliche Alternative zu Feuchttüchern nicht nur hautfreundlicher, nachhaltiger und günstiger, sondern auch noch genauso einfach.
Natürlich sind Feuchttücher unglaublich praktisch und werden in der Praxis häufig nicht nur zum Reinigen des Babypos verwendet. Nach der Benutzung verschwinden sie dann einfach und schnell im Müll. Mich wundert es daher wenig, dass Feuchttücher für die meisten Eltern ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Doch gerade bei Produkten, die wir sogar mehrfach täglich für unsere kleinen Wunder nutzen, lohnt es sich meiner Meinung nach durchaus einmal etwas genauer hinzuschauen. Und in der Vergangenheit kam es auch schon immer mal zu Diskussionen über die Inhaltsstoffe und die Umweltfreundlichkeit der allseits beliebten praktischen Helfer.
Viele Feuchttücher bestehen aus synthetischen Fasern oder enthalten diese zumindest. Sie sind also nicht einfach biologisch abbaubar, da die meisten von ihnen Kunststofffasern enthalten, die nur langsam zerfallen und Mikroplastik hinterlassen können. Dabei werden sie nur ein einziges Mal benutzt, bevor sie im Müll entsorgt werden und damit zum Problem für unsere Umwelt werden. Jetzt magst du denken, dass so ein kleines Tüchlein doch nicht so schlimm sein kann, aber wird täglich mehrfach zur Packung gegriffen, kann schon ein einziges Baby im Laufe der Wickelzeit einen erheblichen Berg an benutzten Feuchttüchern fabrizieren. Dazu müssen sie nach der Herstellung auch noch verpackt und transportiert werden, was natürlich auch nicht ohne Umweltbelastung ist.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn Feuchttücher in der Toilette landen, in die sie auf keinen Fall gehören. Im Unterschied zu Toilettenpapier lösen sie sich eben nicht einfach auf und können Abwasserleitungen und Pumpen verstopfen. Kurz nach dem Bezug unseres Hauses durften wir schmerzlich feststellen, wie teuer das werden kann, als in unserem Badezimmer plötzlich das Abwasser stand. Neben jeder Menge Nerven hat es uns eine erschreckende Summe an Geld gekostet, die Rohre von den Feuchttüchern der Vorbesitzer befreien zu lassen. Selbst wenn du etwas mehr Glück hast und es die Tücher glücklicher Weise doch durch die Abwasserleitungen schaffen, können sie die Pumpen der Kläranlage verstopfen und damit für alles andere als Begeisterungssprünge sorgen. Entscheidest du dich also für Feuchttücher, solltest du diese unbedingt als Restmüll entsorgen.
Hast du dir eigentlichen einmal ausgerechnet, wie viele Packungen Feuchttücher so ein kleines Baby in den ersten Jahren verbraucht? Auch wenn so eine einzelne Packung gar nicht so teuer erscheint, kann hier über die gesamte Wickelzeit betrachtet durchaus eine gar nicht mal so geringe Summe zusammen kommen. Eine Alternative für Feuchttücher zu finden kann deinen Geldbeutel daher erheblich schonen.
Für mich persönlich war jedoch das größte Argument gegen Feuchttücher jedoch immer die Sorge um die Hautgesundheit meiner drei kleinen Wunder. Schließlich ist der Intimbereich besonders sensibel und die Inhaltsstoffe aller Produkte, die hier Verwendung finden, sollten meiner Meinung nach wirklich genau überprüft werden.
Können Feuchttücher der Grund für den wunden Po meines Babys sein?
Die empfindliche Haut deines kleinen Wunders kann schnell gereizt reagieren und gerade der Windelbereich ist besonders sensibel. Ich habe schon so viele Babys gesehen, deren Eltern am ständigen wunden Po verzweifelt sind und es nach der Empfehlung auf Feuchttücher zu verzichten kaum glauben konnten, wie schnell sich das Problem erledigt hatte. Unverträglichkeiten auf verschiedene Inhaltsstoffe können zu Hautreaktionen führen, die extrem unangenehm oder sogar schmerzhaft sind. Leidet dein Mini ebenfalls immer wieder unter Rötungen oder sogar offenen Stellen im Windelbereich kann ich dir nur ans Herz legen, auf Feuchttücher zu verzichten um zu beobachten, ob sich die Hautgesundheit verbessert.
Nimmst du dir einmal die Zeit, die Liste der Inhaltsstoffe von Feuchttüchern genauer anzuschauen, wird dir sofort auffallen, wie viel mehr als nur Wasser in den kleinen Tüchern steckt. Je nach Marke findest du hier unter anderem Tenside, Duftstoffe, Parabene, Alkohol und diverse Konservierungsstoffe. Nur so kann verhindert werden, dass sich in der feuchten Umgebung Mikroorganismen vermehren, die Tücher nicht so schnell austrocknen. Außerdem sollen sie den Babypo schnell und einfach reinigen und dabei auch noch angenehm riechen. Das alles geht leider nicht ohne Chemie, auf die empfindliche Babyhaut reagieren kann.
Für mich haben Chemikalien einfach nichts auf der zarten Babyhaut zu suchen und schon gar nicht im Windelbereich.
Welche Alternative zu Feuchttüchern gibt es?
Du brauchst definitiv keine Feuchttücher, um den Windelbereiches deines kleinen Wunders zu reinigen.
Den groben Schmutz kannst du schnell und einfach mit etwas weichem Toilettenpapier entfernen, das bequem in der Toilette entsorgt werden kann. Schließlich möchtest du diesen nicht in der Waschmaschine haben.
Zum Säubern genügen dann kleine feuchte Lappen (*), gegebenenfalls mit ein paar Tropfen Öl (*), damit sich der Schmutz leichter entfernen lässt und die Haut nicht durch unnötige Reibung gereizt wird. Wenn du warmes Wasser (z. B. aus einer Thermokanne am Wickelplatz) benutzt, dann ist das auch noch viel angenehmer für dein Baby als ein kaltes Feuchttuch. Stell dir doch nur einmal vor, dass du warm eingepackt bist und dich wohl fühlst, bis dich auf einmal jemand auszieht und dir mit einem eiskalten, feuchten Tuch den Po abwischt. Also mich wundert es nicht, dass sich viele Zwerge darüber lautstark beschweren.
Für unterwegs kannst du dir ganz einfach feuchte Waschlappen vorbereiten und diese in einem kleinen Wetbag oder einer Feuchttücherbox (*) mitnehmen. Verstaust du die Waschlappen in einem Wetbag, solltest du diesen möglichst weit oben in die Wickeltasche packen. Zu viel Gewicht könnte sonst dazu führen, dass die Feuchtigkeit durch die Nähte drückt. Da deine Waschlappen eben keine Konservierungsstoffe & Co. enthalten, solltest du diese nicht zu lange verwenden. Um zu verhindern, dass sich unerwünschte Keime vermehren, ist es wichtig spätestens nach zwei Tagen alle feuchten Lappen zu waschen. Vergiss dabei auch nicht das Waschen des Wetbags bzw. das Reinigen der Feuchttücherbox.
Das ist dir zu kompliziert? Dann habe ich eine noch einfachere Variante für dich. Du kannst statt dessen auch trockene Lappen in einem Wetbag oder einer Box mitnehmen und dazu ein kleines Fläschchen natürlichen Reinigungsschaum (*) einpacken. Beim Wickeln gibst du den Schaum einfach direkt auf einen Lappen und schon hast du eine natürliche und hautfreundliche Alternative zum Feuchttuch.
Die benutzten Tücher packst du einfach in einen weiteren Wetbag. Sie wandern zuhause in die Waschmaschine und können euch so für lange Zeit begleiten.
Wie wasche ich selbst hergestellt Feuchttücher?
Wie auch die Stoffwindelwäsche ist die Wäsche der nachhaltigen Alternative zu Feuchttüchern kein Hexenwerk, wovor du Angst haben müsstest. Ich gehe davon aus, dass auch du glücklicher Weise eine Waschmaschine besitzt, die die Arbeit für dich übernimmt. Trotzdem wollen wir uns natürlich an dieser Stelle einmal kurz ein paar Dinge anschauen, die du beachten solltest, damit alles hygienisch einwandfrei ist.
Waschlappen solltest du selbstverständlich nur ein Mal verwenden und danach als Schmutzwäsche sammeln. Dabei ist es wichtig die feuchten Tücher nicht einfach auf einem Haufen oder in einem Korb mehrere Tage liegen zu lassen. Das wäre eine Brutstätte für Bakterien, die sich rasend schnell vermehren. Wahrscheinlich würdest du auch relativ schnell Stockflecken und einen unangenehmen Geruch entdecken, die beim normalen Waschen nicht wieder verschwinden. Bei mir wird die Schmutzwäsche in offenen Körben gesammelt. Die benutzten Waschlappen können einfach über deren Rand gehängt werden und sobald sie trocken sind in den Korb wandern um den nächsten Kandidaten Platz zu machen. Du kannst aber auch einfach einen Eimer nehmen, den du in deine Waschküche, Dusche, Badewanne usw. stellst und über dessen Rand du die Lappen zum Trocknen hängst. Gerade bei kleinen Lappen, die du zum Wickeln benutzt, geht das wirklich schnell.
Wenn du dein kleines Wunder mit Stoffwindeln wickelst, kannst du die Lappen natürlich ganz einfach zusammen mit diesen waschen. Gegen eine Waschtemperatur von 60°C und Waschmittel mit Sauerstoffbleiche haben Bakterien keine Chance. Bitte verwende ein Waschmittel ohne Duftstoffe und verzichte auf Weich- oder Hygienespüler. Jetzt nur noch trocknen und schon sind deine Waschlappen wieder bereit für ihren nächsten Einsatz.
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