Terminstress von Anfang an
– Sind Babykurse wirklich so wichtig? –

5 Babys sitzen mit ihren Müttern und Bällen im Kreis
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Die Liste an Kursangeboten für frisch gebackene Mamas ist riesig und die Plätze sind heiß begehrt. Sicherlich möchtest du das Beste für dein Baby, also meldest du dich am Besten gleich für alle an, damit ihr nichts verpasst. Du wirst feststellen, wie schnell sich dein Terminkalender zwischen Babymassage, Rückbildung, Musikgarten, Babyschwimmen & Co. füllt. Und das Ganze zwischen Stillen, Wickeln und Schlafmangel. Wie schaffen andere Mamas das bloß alles?

Der Druck alles richtig machen zu wollen und nun plötzlich die Verantwortung für ein zauberhaftes kleines Wesen zu haben, kann ganz schön schwer wiegen. Und natürlich sind Babykurse auch schön. Aber schade ich meinem Mini, wenn ich nicht jeden davon besuche? 

Sind Babykurse wirklich so wichtig und wie viele davon braucht mein kleines Wunder?

Inhalte dieses Artikels

Welche Kurse gibt es?

  • Pekip (Prager-Eltern-Kind-Programm
    Beim Pekip geht es vor allem um die spielerische Sinnes- und Bewegungsanregung. Die meist nackten Babys bekommen in einem warmen Raum altersgerechte Spielideen angeboten, die die Wahrnehmung und motorische Entwicklung unterstützen sollen. Der Fokus liegt hier auf greifen, fühlen und entdecken.
  • Babyschwimmen
    Beim Babyschwimmen kann dein Mini schon ganz früh erste positive Erfahrungen im Wasser sammeln. Mit den sanften Bewegungen werden die Muskulatur und das Körpergefühl gestärkt und das Vertrauen und die Bindung zwischen euch wachsen.
  • Krabbel- / Spielgruppe
    Krabbel- und Spielgruppen gibt es für verschiedene Altersstufen. Im Vordergrund steht das freie Spielen und ausprobieren. Soziale Fähigkeiten und Selbstständigkeit werden dabei ganz natürlich gefördert.
  • Babysteps
    Babysteps-Kurse sind speziell auf das erste Lebensjahr ausgerichtet. Während dein Baby Spiel und Bewegungsanregungen bekommt, erhältst du wertvolles Wissen für den Alltag, z. B. zu Schlaf, Beikost oder Tragen.
  • Baby-Yoga
    Wenn du auf der Suche nach einem ruhigen Ausgleich bist, könnte ein Baby-Yoga-Kurs genau das Richtige sein. Die kleinen, sanften Übungen und bewussten Berührungen fördern die Körperwahrnehmung deines Minis. In vielen Kursen werden auch die Mamas mit einbezogen, so dass ihr beide etwas davon habt.
  • Babymassage
    Die achtsamen Berührungen einer Babymassage sind nicht nur wertvolle Momente der Nähe, Entspannung und Geborgenheit, sondern fördern gleichzeitig die Bindung und Körperwahrnehmung. Als positiver Nebeneffekt schlafen viele Babys danach besonders gut.
  • Babycafé
    In einem Babycafé stehen die Begegnung und der Austausch mit anderen Eltern im Mittelpunkt. Dein Baby kann dabei frei spielen oder auch bei dir bleiben – ganz wie es mag. Ein festes Programm gibt es in der Regel nicht.
  • Musikalische Früherziehung
    Gemeinsam zu singen, zu klatschen und sich zu bewegen spricht alle Sinne an. So werden bei der musikalischen Früherziehung mit jeder Menge Spaß die Sprachentwicklung, das Rhythmusgefühl und die motorische Entwicklung gefördert.

Welche Vorteile können Babykurse für dich und dein Mini bieten?

In dem Moment, in dem du Mama geworden bist, hat sich einfach alles verändert. Es gibt viele Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig verbringst du wahrscheinlich mehr Zeit zuhause als zuvor. Der richtige Babykurs kann für euch beide eine willkommene Abwechslung im Alltag sein und eurer Woche Struktur geben.

In vielen Kursen werden gezielt bestimmte Sinne und Fähigkeiten gefördert und dein Baby bekommt die Chance zu lernen und neue, wertvolle Erfahrungen zu machen. Schon jeder neue Ort mit fremden Geräuschen, Gerüchen und Eindrücken ist für dein kleines Wunder total spannend. Es dauert zwar eine Weile bis Kinder wirklich gemeinsam spielen, doch auch Babys nehmen sich gegenseitig wahr, beobachten, ahmen nach und lernen erste soziale Signale zu deuten. 

Du hast in Babykursen die Chance andere Eltern kennenzulernen und vielleicht sogar die eine oder andere Freundschaft zu knüpfen. Aber auch dich über diverse Herausforderungen auszutauschen kann dir helfen dich nicht so alleine zu fühlen und den einen oder anderen Tipp mitzunehmen.

Zu guter Letzt stärken gemeinsame Erlebnisse eure Bindung und schaffen Nähe.

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Was kann gegen einen Babykurs sprechen?

Ja, Babykurse können wunderschön und wertvoll sein aber es gibt natürlich trotzdem auch Punkte, die dagegen sprechen können.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass gerade zwischen Müttern schnell ein mehr oder weniger unterschwelliger Wettbewerb aufkommt. Gerade im ersten Babyjahr, in dem sich dein Mini so schnell entwickelt, wird dann verglichen welches Baby sich schon dreht, beginnt zu krabbeln oder gar das erste Wort gesprochen hat. Auch wenn du sicherlich weißt, dass dein kleines Wunder sein ganz eigenes Tempo hat und genau richtig so ist, kann es dich der Vergleich verunsichern.

Du leidest unter dem Schlafmangel und froh irgendwie Stillen, Wickeln, Haushalt & Co. unter einen Hut zu bringen? Dann kann ein fester Termin dich ganz schön stressen.   

Auch wenn viele Babys neue Eindrücke und Erfahrungen lieben, kann es sein, dass sich dein kleines Wunder davon überfordert fühlt und das alles einfach viel zu viel ist. Wenn du bemerkst, dass dein Baby sich unwohl fühlt, ängstlich an dir hängt oder danach schlechter schläft, sind es vielleicht gerade einfach zu viele Reize.    

Was sollte ich bei der Entscheidung für einen Babykurs bedenken?

Du hast dich entschieden, dass du gerne einen Babykurs buchen möchtest? Hier habe ich ein paar Punkte für dich, die du bei der Entscheidung berücksichtigen solltest: 

  • Die Entfernung kann gerade im Alltag mit Baby einen großen Unterschied machen. Musst dein Mini dafür regelmäßig lange Zeiten im Auto verbringen oder kannst du sogar zu Fuß gehen?
  • Während manche Babykurse sogar umsonst angeboten werden, gibt es auch sehr kostspielige Angebote. Du solltest daher auf jeden Fall auch auf das Familienbudget achten. Du kannst aber auch einmal bei deiner Krankenkasse nachfragen, ob es die Möglichkeit von Zuschüssen gibt.
  • Manche Kurse richten sich ganz speziell an bestimmte Entwicklungsphasen. Achte also genau auf die Altersangabe. 
  • Lies dir die Kursbeschreibung ganz genau durch und scheue dich nicht, gegebenenfalls nachzufragen. Die Kurse können sich nämlich stark in ihren Inhalten unterscheiden.
  • Wie lange geht der Kurs und hast du gegebenenfalls die Möglichkeit verpasste Termine nachzuholen?
  • Ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium kann auch die Uhrzeit sein. Vielleicht bist du froh darüber, dass ihr gerade einen Rhythmus und erste Routinen gefunden habt. Diese durcheinander zu bringen, wird wahrscheinlich weder dir noch deinem Baby gut tun. Und ein hungriges oder übermüdetes Baby wird jeden noch so schönen Kurs wahrscheinlich nicht genießen können.
  • Da dein kleines Wunder den Kurs wohl kaum alleine besuchen wird, solltest du in jedem Fall auch darüber nachdenken was dir Freude machen würde. Dein Mini wird merken, ob du wirklich gerne dort bist und Spaß hast oder innerlich die Minuten bis zum Ende zählst. 

Gibt es Kurse, die mein Baby braucht, um sich gut zu entwickeln?

Babykurse sind ein schönes Angebot, aber dein Baby „braucht“ keinen Kurs um sich gesund zu entwickeln. Dein Mini lernt in jedem alltäglichen Moment und wird auch in normalen Alltagssituationen gefördert. Dafür musst du nicht möglichst viele Kurse abhaken. Du bist die wichtigste Bezugsperson deines kleinen Wunders und jeder gemeinsame Moment ist wertvoll. Du solltest daher auf dein Bauchgefühl hören. Was euch beiden gut tut und Freude macht ist richtig und was euch stresst oder überfordert darf gestrichen werden!  

Ich wünsche euch eine spannende Babyzeit – mit oder ohne Kurs!

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