Samtpfote auf dem Babybauch
– Schwanger mit Katze –
Schon seit meiner frühen Kindheit haben immer jede Menge verschiedenster Haustiere zur Familie gehört. Auch als ich 2016 zum ersten Mal schwanger wurde, waren unsere zwei Katzen feste Bestandteile meines Lebens. Als würde die Kugelzeit nicht schon genug Fragezeichen mit sich bringen, kamen nun auch noch Themen wie Toxoplasmose oder die Gewöhnung an unser baldiges neues Familienmitglied auf mich zu. Schließlich sollen sich die geliebten Samtpfoten auch weiterhin wohl und sicher fühlen. Worauf solltest du achten, wenn du schwanger mit Katze bist?
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Inhalte dieses Artikels
Ist meine Katze eine Gefahr für mein ungeborenes Baby?
Sobald du erfährst, dass du schwanger bist, verändert sich sofort alles. Dass du dir ab diesem Moment Sorgen um das Wohlbefinden deines Minis machst ist ganz normal. Schnell taucht für schwangere Katzenmamas dann die Frage auf, ob die geliebte Katze zur Gefahr für das ungeborene Baby werden kann. Der Grund für diese Verunsicherung ist die Infektionskrankheit Toxoplasmose. Auch wenn es tatsächlich leider kein Mythos ist, dass der Kontakt von Schwangeren mit Katzen deshalb nicht immer ungefährlich ist, möchte ich dich vorab an dieser Stelle schon einmal beruhigen. Du musst keine Angst vor deinem Fellknäul haben, wenn du einige Sicherheitsmaßnahmen triffst um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Was ist Toxoplasmose?
Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die bei gesunden Erwachsenen meistens unbemerkt bleibt, da sie keine oder nur ganz leichte grippeartige Beschwerden verursacht. Anders sieht es aus, wenn du dich während der Schwangerschaft zum ersten Mal infizierst. In diesem Fall kann der Erreger über die Plazenta auf deinen Bauchzwerg übertragen werden. Je nach Zeitpunkt kann das zu Fehlbildungen und Behinderungen deines kleinen Wunders oder sogar zu einer Fehlgeburt führen.
Hast du dich schon vor der Schwangerschaft einmal mit Toxoplasmose infiziert, hat dein Körper bereits Antikörper gebildet und du brauchst dir keine Gedanken mehr machen. Das kann dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin mit einem ganz einfachen Bluttest überprüfen.
Wie wird Toxoplasmose übertragen?
Toxoplasmose kann z. B. durch verunreinigte Erde, ungewaschenes Obst, Gemüse oder Salat, nicht ausreichend erhitztes Fleisch aber auch durch Katzenkot übertragen werden. Tatsächlich steht die Übertragung durch die eigene Hauskatze hier zu Recht an letzter Stelle. Auch wenn unsere Samtpfoten direkt verdächtigt werden, stecken sich die meisten Menschen auf anderem Wege an.
Nicht jede Katze trägt überhaupt Toxoplasmoseerreger in sich, denn sie selbst muss sich auch erst damit infizieren. Lebt deine Katze schon immer ausschließlich im Haus und bekommt nur Dosenfutter bzw. gut durchgegartes Fleisch, ist das Risiko eher gering. Freigänger können sich schon etwas leichter durch infizierte Beutetiere anstecken. Wobei sich hier dann wieder die Frage stellt, ob deine Katze sich nicht schon vor deiner Schwangerschaft infiziert und dich angesteckt hat.
Die Ansteckung bei einer Katze erfolgt ausschließlich über deren Kot. Dich durch das bloße Streicheln deiner Katze mit Toxoplasmose anzustecken wäre also nur möglich, wenn diese Kot im Fell hätte, der dann auch noch in deinen Mund gelangt. Es ist aber natürlich trotzdem absolut sinnvoll, dir nach dem Kuscheln deines Stubentigers die Hände zu waschen. Übrigens ist frischer Katzenkot in der Regel nicht gefährlich, sondern es dauert 1 – 5 Tage, bis die gefährlichen Oozysten infektiös werden. Du minimierst das Risiko einer Ansteckung also, wenn die Katzentoilette mindestens ein Mal am Tag gereinigt wird.
Was viele nicht wissen ist, dass selbst eine infizierte Katze die Erreger nicht ständig ausscheidet, sondern nur nach der ersten Infektion für ca. drei Wochen. Eine Ausnahme gibt es aber und zwar, wenn das Immunsystem deiner Fellnase z. B. aufgrund des hohen Alters, einer anderen Infektion oder Medikamente geschwächt ist.
Muss ich meine Katze abgeben wenn ich schwanger werde?
Du darfst ganz schnell wieder aufatmen, denn du musst dein geliebtes Fellknäul jetzt natürlich nicht abgeben. Auch wenn bei Weitem nicht jede Katze mit Toxoplasmose infiziert ist und dann auch noch Erreger ausscheiden, solltest du aber sicherheitshalber einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Lass bei deinem Frauenarzt einen Antikörpertest durchführen.
- Lasse deine Samtpfote auf Toxoplasmose testen.
- Halte dich von fremden Katzen fern, auch wenn es schwer fällt.
- Füttere deine Katze nur mit Dosenfutter oder gut durchgegartem Fleisch.
- Achte darauf, dass die Katzentoilette mindestens ein Mal täglich gereinigt wird.
- Nach Möglichkeit sollte sicherheitshalber eine andere Person die Katzentoilette reinigen.
- Der Müll sollte nach dem Reinigen der Katzentoilette sofort in die Mülltonne gebracht werden.
- Lasse dich nicht von deiner Katze ablecken.
- Achte generell und insbesondere nach dem Kontakt mit deiner Samtpfote auf eine gute Handhygiene.
- Trage bei der Gartenarbeit Handschuhe und wasche dir anschließend gründlich die Hände.
- Iss kein rohes oder nicht richtig durchgegartes Fleisch.
Kann ich meine Katze auf Toxoplasmose testen lassen?
Nachdem sich deine Katze mit Toxoplasmose infiziert hat, können im Blut Antikörper nachgewiesen werden. Dies kann dein Tierarzt oder deine Tierärztin mit einem Bluttest überprüfen.
Wie kann ich meine Katze auf mein Baby vorbereiten?
Nicht nur dein Leben, sondern auch das deiner Katze wird sich mit Ankunft des neuen Familienmitglieds komplett verändern. Dabei sind Katzen doch so sensibel und mögen eigentlich gar keine Veränderungen. Dafür, dass dein Stubentiger dein kleines Wunder nicht mit den Veränderungen in Verbindung bringt, kannst du schon während der Schwangerschaft einiges tun:
- Erfülle deiner Katze ihren Wunsch nach Aufmerksamkeit nicht immer sofort, sondern lasse sie bereits jetzt lernen einen Moment zu warten.
- Deine Fellnase kommt gerne zum Kuscheln auf den Schoß? Setze sie immer mal wieder unvermittelt nach einer Zeit auf den Boden.
- Gewöhne deine Katze durch das regelmäßige Abspielen von entsprechenden Aufnahmen an Babygeschrei.
- Stelle neue Möbel sowie Kinderwagen usw. so schnell wie möglich auf und lasse deinem kleinen Fellknäul genug Zeit um alles in Ruhe zu beschnüffeln.
- Führe neue Regeln (z. B. Verbot im Bett zu schlafen bzw. Schlaf- / Kinderzimmer zu betreten) jetzt schon ein und setze sie konsequent durch.
- Hast du die Möglichkeit einen großen, hohen Kratzbaum aufzustellen, auf dem sich deine Katze in Sicherheit bringen kann?
- Lassen sich vielleicht auch auf deinen Schränken schöne Plätze einrichten?
- Futter, Wasser und Katzentoilette sollten sich möglichst außerhalb der Reichweite deines kleinen Wunders befinden.
- Lasse deine Katze beim Tierarzt durchchecken, entwurmen und gegebenenfalls die Impfungen auffrischen.
- Achte ab jetzt besonders gut auf den Impfschutz und das regelmäßige Entwurmen.
Wie kann ich das Kennenlernen zwischen Baby und Katze stressfrei gestalten?
Wie wird wohl die erste Begegnung deines Babys mit deiner Katze ablaufen? Eine gute Vorbereitung kann helfen, den ersten Kontakt für alle entspannter zu gestalten.
Für den Fall, dass dein kleines Wunder im Kranken- / Geburtshaus zur Welt gekommen ist, könntest du deinen Partner / deine Partnerin darum bitten, ein getragenes Kleidungsstück deines Babys mit nach Hause zu nehmen. So kann sich deine Katze schon einmal ganz in Ruhe an den neuen Geruch gewöhnen.
Wenn du nach Hause kommst, begrüße zuerst einmal deine Katze ganz ausgiebig. Sie hat dich sicherlich vermisst und es tut ihr gut zu merken, dass sie weiterhin einen wichtigen Platz in deinem Leben einnimmt.
Besorge schon vor der Geburt eine ausreichende Menge der Lieblingsleckerchen deiner Katze. Habe immer einige davon in der Tasche und belohne deine Katze dafür, dass sie sich näher an dein kleines Wunder heran wagt oder beispielsweise zu dir kommt wenn du gerade stillst. So schaffst du eine positive Verbindung.
Was tue ich, wenn meine Katze ängstliche auf mein Baby reagiert?
Manche Katzen reagieren erst einmal ängstlich und begutachten das neue Familienmitglied erst einmal vorsichtig aus der Ferne. Meistens siegt irgendwann die Neugierde. Du solltest deine Katze dabei auf keinen Fall bedrängen, sondern ihr die Zeit lassen, die sie benötigt. Je ruhiger und sicherer du selbst in der Situation bist, umso schneller wird sich auch deine Katze mit der neuen Situation anfreunden.
Worauf sollte ich im Alltag mit Katze und Baby achten?
Im Internet kursieren viele wirklich süße Videos und Bilder von gemeinsam schlafenden Katzen und Babys. Egal wie harmonisch dies auch wirkt, sollten für dein Fellknäul Wippe, Babybett, Laufstall, Wickeltisch & Co. von Anfang an tabu sein. Ohne böse Absicht kann sich deine Samtpfote zu nah an oder gar auf das Gesicht deines Minis legen, so dass es nicht mehr ausreichend Luft bekommt. Es wird noch lange Zeit dauern, bis dein kleines Wunder kräftig genug ist, sich aus einer solchen Situation selbst zu befreien.
Welche Hygieneregeln sollte ich mit einem Baby im Katzenhaushalt beachten?
Damit dein kleines Wunder entspannt und sicher zusammen mit deiner Samtpfote aufwachsen kann, solltest du ein paar einfache Hygieneregeln beachten:
- Stelle Futter- und Wassernäpfe sowie die Katzentoilette außer Reichweite deines Babys auf.
- Reinige Futter- und Wassernäpfe regelmäßig.
- Reinige die Katzentoilette regelmäßig.
- Wasche dir nach dem Kuscheln, nach dem Füttern und nach der Reinigung der Katzentoilette die Hände.
- Verbiete deiner Katze an den Händen oder im Gesicht deines Babys zu lecken.
- Reinige die Hände deines Minis nach dem Kuscheln der Katze.
- Sauge und wische regelmäßig, um Haare und Schmutz zu entfernen.
- Lasse deine Katze regelmäßig beim Tierarzt durchchecken, impfen und entwurmen.
Sind Katzen gut für die Entwicklung meines Kindes?
Ich wünsche dir und deiner Samtpfote eine schöne Kuschel-Kugelzeit!
