Natürlich sauber
– Passen Windelfrei und Abhalten in meinen Alltag?
Kaum ist dein Baby auf der Welt, bekommt es auch schon ganz selbstverständlich sein erstes Kleidungsstück angezogen: eine Windel. Ab diesem Moment wird sie für viele Babys über Jahre zum ständigen Begleiter.
Du fragst dich nun, was ich mit „für viele“ meine? Heißt das etwas es geht auch anders? Tatsächlich wächst sogar ein Großteil der heute geborenen Babys komplett ohne Windeln auf. Während Windeln in anderen Ländern eine Ausnahme sind, ist bei uns eher das Gegenteil der Fall. Und auch bei uns gibt es Familien, die ganz bewusst zumindest teilweise auf Windeln verzichten. Was bedeuten Windelfrei und Abhalten eigentlich genau und kann das auch in meinem Alltag funktionieren?
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Inhalte dieses Artikels
Braucht ein Baby unbedingt eine Windel?
Wegwerfwindeln haben inzwischen eine enorme Saugleistung, so dass die Wickelintervalle immer länger werden können. In unserem ohnehin schon voll gepackten Alltag ist das natürlich super bequem, widerspricht aber der Natur unserer kleinen Wunder.
Werdende Mamas werden oft schon darauf vorbereitet, dass sie beim Öffnen der Windel besonders vorsichtig sein müssen, da viele Babys genau in dem Moment anfangen zu pieseln. Unachtsamkeit am Wickeltisch wird dann gerne mal mit einer ungewollten Dusche belohnt. Natürlich kann ein Neugeborenes seine Blase und seinen Darm noch nicht so kontrollieren wie wir. Trotzdem heißt das nicht, dass es seinen Körper noch gar nicht wahrnehmen kann und einfach unkontrolliert Urin oder Stuhl verliert. Auch wenn es noch nicht weiß, was dieses Gefühl bedeutet merkt es, wenn sich der Bauch komisch anfühlt und drückt. Instinktiv wird es die Muskeln jetzt anspannen und versuchen auf sich aufmerksam zu machen.
Auch wenn es für viele heute undenkbar scheint, gab es schon lange vor dem Beginn der Geschichte der Windel Babys und auch heute noch gibt es Kulturen in denen Windeln alles andere als selbstverständlich sind. Tun wir unseren Minis wirklich einen Gefallen damit, wenn wir ihre natürlichen Instinkte ignorieren und ihnen lieber systematisch antrainieren, dass es gut und richtig ist ihr Geschäft in die Windel zu verrichten?
Was bedeutet „Windelfrei“?
Der Begriff „Windelfrei“ ist eigentlich etwas unglücklich gewählt, denn das klingt als dürfte das Baby niemals Windeln tragen. Das ist zumindest hier bei uns aber eher die Ausnahme. Treffender finde ich den englische Begriff „Elimination Communication“ (= Ausscheidungskommunikation). Ich finde das beschreibt den Gedanken schon ganz gut, denn bei bei „Windelfrei“ geht es darum auf die Bedürfnisse des Babys wahrzunehmen, auf feine Signale im Verhalten zu achten und entsprechend zu reagieren. In diesem Fall bedeutet es also zu erkennen, dass dein kleines Wunder ausscheiden muss, dies ernst zu nehmen und ihm die Möglichkeit zu geben, das Geschäft außerhalb der Windel zu erledigen. „Windelfrei“ beginnt dabei schon lange bevor überhaupt jemand an klassisches Töpfchentraining denken würde. Ganz wichtig ist, dass es darum geht deinem Mini die Möglichkeit zu geben und auf keinen Fall Druck oder Zwang auszuüben oder gar enttäuscht zu schimpfen wenn es nicht klappt.
Was sind die Vorteile von Windelfrei?
Wenn du dein kleines Wunder abhältst, kann das euren Alltag in vieler Hinsicht nachhaltig bereichern:
- Du lernst dein Baby zu lesen, indem du genau auf die Signale achtest. Dein Mini wiederum kann sich sicher sein, dass seine Bedürfnisse beachtet und erfüllt werden. Dies stärkt ganz automatisch eure Bindung.
- Dein kleines Wunder wird die Signale seines Körpers ebenfalls immer besser kennenlernen, was die Körperwahrnehmung weiter verbessert.
- Je weniger Kontakt die Haut deines Mini mit Ausscheidungen in einer verschmutzten Windel hat, umso besser ist das für die Hautgesundheit. Das beugt natürlich Hautreizungen und einem wunden Babypo vor.
- Das Geschäft in Rückenlage zu verrichten ist alles andere als natürlich. Eine hockende Haltung ist viel angenehmer. Viele Eltern berichten, dass das Abhalten die Bauchbeschwerden ihrer Babys verbessert habe.
- Dein kleines Wunder lernt eben nicht, dass es normal ist in die Hose zu machen. Es wird es eher als unnormal und unnatürlich ansehen, eine schmutzige Hose zu haben. Das ist natürlich keine Garantie dafür, dass dein Mini früher trocken wird, kann die Wahrscheinlichkeit aber erhöhen.
- Je häufiger das Abhalten gelingt, umso weniger schmutzige Windeln und dementsprechend weniger Stoffwindelwäsche oder Müll hast du natürlich. Das spart Zeit, Kosten und schont selbstverständlich auch unsere Umwelt.
- Trägt dein Baby Stoffwindeln, so brauchst du wahrscheinlich weniger Saugmaterial, was deinem Mini mehr Bewegungsfreiheit schenkt.
Ist Windelfrei das Gleiche wie Sauberkeitserziehung oder Töpfchentraining?
Auch wenn Windelfrei und Töpfchentraining häufig vermischt und verwechselt werden, gibt es hier doch Unterschiede. Das Ziel des Töpfchentrainings ist es, dass ein Kind selbstständig auf Toilette geht. Bei Windelfrei hingegen wird Babys die Möglichkeit gegeben, ihr Geschäft außerhalb der Windel zu verrichten. Diese wären logischer Weise noch gar nicht dazu in der Lage selbstständig auf Toilette zu gehen.
Wie funktioniert Windelfrei?
Bei Windelfrei beobachtest du dein Mini sehr genau und bietest ihm bei entsprechenden Anzeichen an sich ohne Windel zu erleichtern. Du kannst es aber auch zu bestimmten Zeiten abhalten, zu denen es vermutlich sein Geschäft verrichten muss. Dafür ziehst du deinem Mini die Kleidung und die Windel aus und hältst es z. B. über einem Töpfchen, einer Toilette oder einem Waschbecken ab. Mit sogenannten Schlüssellauten kannst du deinem kleinen Wunder signalisieren, dass jetzt der richtige Moment gekommen wäre, sich zu lösen. Wenn es nicht klappt ist das gar kein Problem und du ziehst dein kleines Wunder einfach wieder an und probierst es später wieder. Die meisten Windelfrei-Familien nutzen zusätzlich Stoffwindeln als Backup. So ist auch gar nicht schlimm, wenn zwischendurch etwas in die Windel geht, denn die Kleidung bleibt trotzdem trocken. Im Laufe der Zeit könnt ihr beide ganz entspannt lernen euch immer besser zu verstehen und einen Weg finden, der für euch beide gut funktioniert.
Ab wann kann ich mein Baby abhalten und mit Windelfrei starten?
Grundsätzlich kannst du dein kleines Wunder vom ersten Tag an abhalten. Es gibt also kein bestimmtes Alter, dass du abwarten müsstest. Natürlich sollte aber immer dein Wohlbefinden und das deines Minis an erster Stelle stehen. Setze euch beide daher nicht unter Druck. Wenn ihr erst einmal etwas Zeit zum Ankommen in der neuen Situation benötigt oder du dich gerade im Wochenbett noch nicht dazu in der Lage fühlst dein Baby abzuhalten, dann warte ruhig noch etwas ab. In den ersten drei Lebensmonaten befindet sich dein kleines Wunder in einer sogenannten sensiblen Phase. Viele frisch gebackene Eltern berichten, dass der Start hier besonders einfach gewesen sei. Du kannst aber auch später noch jederzeit mit Windelfrei beginnen. Ich persönlich habe meine Minis beispielsweise in den ersten Tagen nach der Geburt vorerst nur abgehalten, wenn ich ohnehin die Windel gewechselt habe. Vertraue hier ganz auf dein Gefühl und darauf, dass du den richtigen Weg für euch finden wirst.
Wie beginne ich mit Windelfrei?
Wenn du mit Windelfrei starten möchtest, musst du nicht sofort alle Signale deines Minis erkennen können. Du kannst zunächst in kleinen Schritten starten und dein kleines Wunder in Situationen abhalten, in denen es ziemlich wahrscheinlich ist, dass sich dein Baby löst. Ein absoluter Geheimtipp ist hierbei Wasser laufen zu lassen, da dies natürlich nicht alle aber doch sehr viele Babys zum pieseln animiert. Es ist gar nicht schlimm, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt, denn es geht zunächst darum, dass ihr Erfahrungen sammelt und eine gewisse Routine bekommt. Trotzdem ist es ziemlich wahrscheinlich, dass ihr euch so relativ schnell über euren erste Erfolg freuen könnt. Sobald dein Mini beginnt sich zu erleichtern verwendest du am Besten von Anfang an immer den gleichen Signallaut (z. B. „ssss“, „psss“, „Pipi“, „Aa“). Dein kleines Wunder verknüpft wahrscheinlich relativ schnell dieses immer wiederkehrende, vertraute Geräusch mit der Situation. Natürlich sollst du nicht enttäuscht sein, wenn es nicht sofort klappt. Jede Art von Druck wird eher das Gegenteil bewirken, denn dein Mini soll sich ja schließlich entspannen. Wehrt sich dein Mini indem es sich z. B. steif macht, dann zwinge es auf keinen Fall, sondern beende die Situation sofort. Anders herum dürft ich euch aber natürlich ausgiebig freuen, wenn es funktioniert hat.
Die meisten Babys genießen es, nackig auf einer großen Wickelunterlage zu strampeln. Dabei siehst du natürlich sofort, wenn sich dein kleines Wunder erleichtert und kannst super gut beobachten, wie es sich in dieser Situation verhält. Vielleicht erkennst du so schon bald ein Muster in der Körpersprache und kannst dieses Wissen später nutzen. Außerdem kannst du auch hier wieder euren Schlüssellaut ins Spiel bringen, damit dein Mini diesen mit der Ausscheidungssituation verknüpft. Natürlich solltest du dabei immer auf eine angenehme Raumtemperatur und auf die Sicherheit deines Minis achten.
Auch wenn ihr euch mit der Zeit immer besser kennenlernt, solltest du dich darauf einstellen, dass gerade bei Kindern nichts so sicher ist wie die Veränderung. Es ist ganz normal, dass Dinge die heute wunderbar funktionieren, morgen ganz anders sind. So werden sich auch die Gewohnheiten und vielleicht sogar die Signale deines kleinen Wunders mit der Zeit verändern. Es gilt daher immer in Kommunikation mit deinem Mini zu bleiben und gegebenenfalls auch einen neuen gemeinsamen Weg für euch zu finden.
Welche Standardsituationen eignen sich zum Abhalten?
Als Standardsituationen werden typische Momente bezeichnet, in denen sich viele Babys häufig erleichtern. Besonders wenn du mit Windelfrei starten möchtest, kann es dir helfen zunächst einmal diese Situationen zu nutzen, weil du hierfür noch keine Signale im Verhalten deines Minis erkennen musst. Du musst dein kleines Wunder auch nicht gleich in jedem dieser Momente abhalten, sondern kannst dir erst einmal ein oder zwei Situationen aussuchen, die ganz leicht in euren Alltag passen. Probiere hier einfach aus, was für euch beide passt. Typische Standardsituationen sind:
- Nach dem Stillen bzw. Essen, da dies bei vielen Babys die Darmtätigkeit anregt.
- Nach dem Schlafen, da sich Babys erst aufwachen, bevor sie sich lösen.
- Nach dem Tragen, da dich dein Baby nach Möglichkeit nicht beschmutzen möchte.
- Nach dem Baden, da sich dein Baby hier wahrscheinlich entspannt.
An welchen Windelfrei-Signalen erkenne ist, dass mein Baby muss?
Natürlich ist jedes Baby anders, aber es gibt durchaus einige typische Verhaltensweisen, die viele Babys zeigen, wenn sie ausscheiden müssen:
- Dein Baby wird plötzlich quengelig oder unruhig.
- Dein Mini scheint auf einmal zu erstarren und wirkt konzentriert.
- Dein kleines Wunder mag es normalerweise getragen zu werden, möchte aber nun partout nicht ins Tragetuch.
- Dein Baby dockt beim Stillen ständig an- und ab.
- Der Bauch deines Minis grummelt oder es pupst.
- Dein kleines Wunder zieht die Beinchen an oder presst.
Wichtig ist, dass dies zwar Anzeichen dafür sein können, dass sich dein Mini erleichtern möchte, es aber nicht zwingend so sein muss. Auch gibt es Babys, die ganz deutliche Signale zeigen, wohingegen diese bei anderen Babys viel unauffälliger sind. Aber ich bin mir ganz sicher, dass du mit etwas Zeit und Geduld ein gutes Gefühl für die Eigenarten deines Minis entwickeln kannst.
Wenn dein kleines Wunder älter wird, kann es natürlich irgendwann auch schon auf Gegenstände zeigen, ins Bad krabbeln oder dir sogar mit Lauten verständlich machen was es möchte. Kennst du eigentlich schon meinen Blogartikel zur Babyzeichensprache?
Wie halte ich mein Baby richtig ab?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten um dein Baby abzuhalten. Wichtig ist aber natürlich immer, dass du dein kleines Wunder sicher im Griff hast. In der wohl beliebtesten und meiner Meinung nach auch einfachsten Abhalteposition lehnst du den Oberkörper deines Minis mit dem Rücken an deinen Oberkörper an und greifst mit beiden Händen je einen Oberschenkel. So befindet sich dein Mini in einer entspannten, angehockten Position, bei der sich der Po etwas unterhalb der Knie befindet. Gerade bei Neugeborenen und jungen Babys lassen sich Kopf und Oberkörper so gut stützen. Gleichzeitig kannst du dein Mini auch sicher halten, wenn es schon etwas älter ist und sich vielleicht unvermittelt bewegt.
Lassen sich Windelfrei und Stoffwindeln kombinieren?
Stoffwindeln und Windelfrei passen super zusammen und werden daher ganz oft gemeinsam genutzt. Die Stoffwindeln ist ein sicheres Backup und du musst keine Angst haben, dass die Kleidung gleich nass wird, wenn du es nicht schaffst dein kleines Wunder rechtzeitig abzuhalten. Inzwischen gibt es sogar spezielle Abhaltewindeln, die sich besonders schnell und einfach öffnen lassen. Allerdings würde ich dir grundsätzlich – also nicht nur bei Windelfrei – immer raten eine schmutzige Windel so schnell wie möglich zu wechseln. Einerseits wird es dir die Haut deines Minis danken und andererseits möchtest du wahrscheinlich nicht, dass sich dein kleines Wunder daran gewöhnt, dass eine nasse Hose der Normalzustand ist.
Funktioniert Windelfrei auch Nachts?
Die meisten Eltern starten mit dem Abhalten am Tag, aber Windelfrei ist natürlich auch Nachts möglich. Grundsätzlich ist das Ausscheiden kein automatischer Reflex und passiert einfach unbemerkt im Schlaf. Manche Babys machen sich dann auch in der Nacht bemerkbar, während andere keine eindeutigen Signale geben.
Diese Tipps können dir das Abhalten in der Nacht einfacher machen:
- Wenn du im Körperkontakt mit deinem Kind schläfst, wird sich euer Schlafrhythmus angleichen und du wirst eher merken, wenn dein Baby unruhig wird und aufwacht.
- Stelle ein Töpfchen direkt neben deinem Bett ab, so dass du es auch im Dunkeln schnell und einfach greifen kannst.
- Die Schlafkleidung deines Minis sollte schnell und einfach aus- und angezogen werden können (z. B. Schlafhemdchen).
- Nutze spezielle Windelfrei-Schlafsäcke, die zum Abhalten unten geöffnet werden können.
- Ziehe deinem kleinen Wunder eine Stoffwindel als Backup an.
Gerade wenn du dein kleines Wunder im Halbschlaf abhältst, kann schnell mal etwas daneben gehen. Es macht daher durchaus Sinn, dich für diesen Fall gut vorzubereiten, so dass ihr beide schnell weiter schlafen könnt:
- Schütze die Matratze mit einem Nässeschutz (*).
- Lege dein Mini zusätzlich auf eine große, wasserdichte Wickelunterlage (*), die du schnell tauschen kannst ohne das Bett abzuziehen.
- Platziere neben einer Ersatzunterlage auch Ersatzkleidung für dein Mini direkt neben dem Bett.
Manche Kinder wollen nicht im Bett abgehalten werden, da sie ihren Schlafplatz nicht schmutzig machen möchten. Vielleicht kannst du hierfür einen Stuhl ins Schlafzimmer stellen.
Am Ende sollte dein Schlaf und natürlich auch der Schlaf deines Minis immer am Wichtigsten sein. Wenn euch das Abhalten in der Nacht gerade zu viel davon raubt, dann ist es absolut okay, dein kleines Wunder erst einmal nur am Tag abzuhalten.
Wie soll Windelfrei unterwegs funktionieren?
Zuhause habt ihr inzwischen eure festen Abläufe und alles griffbereit, aber du hast etwas Bedenken wie Windelfrei unterwegs funktionieren soll? Mit der richtigen Vorbereitung kannst du dein Mini auch unterwegs abhalten.
Gerade unterwegs kann dir eine Stoffwindel als Backup ganz viel Sicherheit geben. Vielleicht bist du abgelenkt und erkennst die Signale deines kleinen Wunders nicht rechtzeitig oder du musst erst nach einer geeigneten Möglichkeit zum Abhalten suchen. Trägt dein Mini eine Stoffwindel, kann das die Situation für dich wesentlich entspannter machen.
Wenn ihr zuhause schon bestimmte Zeiten oder Situationen zum Abhalten habt, kannst du diese auch unterwegs einplanen.
Nicht immer wird eine geeignete Toilette in der Nähe zu finden sein. Ich würde dir daher raten, ein kleines Abhaltetöpfchen mitzunehmen. Es gibt auch kleine faltbare Töpfchen, die sich gut verstauen lassen und wenig Platz wegnehmen. Ich finde es total praktisch schon zuhause zwei gefaltete Mulltücher in das Töpfchen zu legen, die die Flüssigkeit auffangen können und ein Windelvlies für das große Geschäft darüber auszubreiten. Nach der Benutzung kannst du schmutziges Windelvlies einfach in eine Tüte geben und im Mülleimer entsorgen und nasse Mulltücher in einen Wetbag geben.
Gerade unterwegs ist es ziemlich nervig, wenn du dein Mini zum Abhalten erst einmal lange komplett ausziehen musst. Achte daher auf praktische Kleidung, die du schnell und einfach öffnen bzw. herunterziehen kannst, ohne dein kleines Wunder oben herum nackig machen zu müssen. Außerdem würde ich nicht ohne Wechselkleidung aus dem Haus gehen.
In einer Babytrage oder einem Tragetuch hast du dein Mini ganz nah bei dir und bemerkst wahrscheinlich feine Signale deines kleinen Wunders viel schneller als im Kinderwagen.
Spätestens wenn dein Mini trocken wird, wirst du ein Auge dafür entwickeln, wo ihr die nächste Toilette finden könnt. Wenn du dich für Windelfrei entscheidest, kannst du das jetzt schon einmal üben. Achte also unterwegs immer darauf, wo die nächste Toilette oder Wickelmöglichkeit ist. Natürlich bist du mit der richtigen Ausstattung nicht darauf angewiesen, aber es kann schon einfacher sein, wenn ihr schnell eine Toilette erreichen könnt und alles direkt da landet, wo es hingehört.
Was brauche ich, wenn ich mein Baby abhalten möchte?
Du keine besondere Ausstattung um mit Windelfrei zu starten. Du kannst dein Mini einfach über dem Waschbecken, der Toilette oder einer Schüssel abhalten und hast damit alles zuhause, was du brauchst.
Nicht nur unterwegs, sondern auch zuhause ist Kleidung, die unten herum einfach und schnell heruntergezogen oder geöffnet werden kann aber wirklich praktisch. Außerdem kann dein kleines Wunder noch nicht lange einhalten, so dass es relativ schnell gehen sollte, wenn du bemerkst, dass dein Mini einmal muss.
Nützliches Zubehör für Windelfrei
Es gibt einige Dinge, die zwar nicht zwingend notwendig sind, dir das Abhalten aber wirklich erleichtern können:
- Abhaltetöpfchen (*)
- Abhaltewindel (*)
- Abhaltehosehose (*)
- Stulpen (*)
- wasserdichte Unterlage (*) zum Strampeln
- Nässeschutz (*) für das Bett
- Nässeschutz (*) für den Autositz
- Wetbags (*)
Brauche ich ein Abhaltetöpfchen?
Du brauchst nicht zwingend ein spezielles Abhaltetöpfchen, sondern kannst dein Mini einfach über der Toilette oder dem Waschbecken abhalten oder eine Schüssel benutzen, die du ohnehin zuhause hast.
Trotzdem haben Abhalte-Töpfchen durchaus ihre Daseinsberechtigung und können praktisch sein. Abhalte-Töpfchen haben genau die richtige Größe hat um sie z. B. zwischen die Beine zu klemmen. Außerdem kannst du dein kleines Wunder so nicht nur im Badezimmer abhalten. Seid ihr unterwegs könnt ihr es in den Wickelrucksack oder die Wickeltasche packen und mitnehmen.
Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, ob Windelfrei wirklich zu euch passt, dann würde ich dir allerdings raten erst einmal mit möglichst wenig zu starten. Hat sich das Abhalten dann erst einmal eingespielt, kannst du immer noch ein Abhalte-Töpfchen und gegebenenfalls weiteres nützliches Zubehör kaufen.
Was kann ich tun, wenn mein Baby plötzlich nicht mehr abgehalten werden möchte?
Das Abhalten hat bisher so gut geklappt aber plötzlich verweigert sich dein Mini komplett? Ein sogenannter „Abhaltestreik“ bei dem die Kinder meckern, weinen oder sich durchstrecken ist gerade rund um den ersten Geburtstag gar nichts Ungewöhnliches. Auch wenn sich die Situation für dich wie ein Rückschritt anfühlt und du enttäuscht bist, solltest du ruhig bleiben und keinen Druck auf dein Baby aufbauen. Es fühlt sich gerade absolut nicht wohl in der Situation und du solltest es nicht zwingen.
Was hilft bei einem Abhaltestreik?
Möchte sich dein Mini plötzlich nicht mehr abhalten lassen, kannst du einmal versuchen
- die Zeiten anzupassen (nicht zu müde, hungrig pp.)
- die Position zu ändern
- das Abhalten rechtzeitig anzukündigen
- den Ort zu wechseln (Waschbecken, Toilette, Schüssel, Töpfchen)
- für eine angenehm warme Umgebung sorgen
- auf warme Hände achten
Denke auch daran, dass das Blasenvolumen zunimmt, je älter dein kleines Wunder wird und es dann einfach nicht mehr so häufig muss wie vorher. Habe einfach Geduld, lasse sich nicht entmutigen und probiere es später noch einmal.
Ich wünsche euch eine spannende Windelfrei-Zeit!
