Herausforderung Badezimmer
– Wie klappt das Zähneputzen beim Baby ohne Tränen? –

Beitragsbild Blogartikel Tränen beim Zähneputzen vermeiden
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Wieder neigt sich ein ereignisreicher Tag mit deinem Mini dem Ende zu. Auch wenn er einmal wieder wunderschön war, freust du dich nun wirklich darauf endlich die Füße hochzulegen. Doch auf dem Weg ins Badezimmer kippt die Stimmung innerhalb von Sekunden und dir wird klar, dass daraus so schnell nichts werden wird. Aus deinem eben noch so fröhlichen kleinen Wunder scheint ein Wutzwerg geworden zu sein der die Zahnbürste Endgegner ansieht. Natürlich möchtest du die kleinen Zähnchen unbedingt gesund halten, aber der Gang ins Badezimmer wird jeden Abend auf’s neue zur echten Geduldsprobe. Ab wann müssen Babyzähne überhaupt geputzt werden und wie kannst du es schaffen, dass das Zähneputzen beim Baby ohne Tränen klappt?

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Inhalte dieses Artikels

Wann bekommt mein Baby die ersten Zähne?

Wartest du schon gespannt darauf, dass sich die erste weiße Ecke im Mund deines kleinen Wunder abzeichnet? Wann genau die ersten Zähne durchbrechen, kann ganz unterschiedlich sein. Während manche Babys mit einem oder sogar mehreren Zähnen zur geboren werden, zeigt sich bei anderen Babys im gesamten ersten Lebensjahr kein einziges Zähnchen. Häufig tauchen die ersten Zähnchen um den 6. Monat herum auf.

Meistens zeigen sich mit ca. 6 – 10 Monaten zuerst die unteren Schneidezähne und danach mit ca. 8 – 12 Monaten die oberen Schneidezähne. Darauf folgen mit 9 – 16 Monaten häufig die seitlichen Schneidezähne. Nachdem es dann auch die Eck- und Backenzähne geschafft haben, sind bis zum dritten Geburtstag in der Regel alle 20 Milchzähne vorhanden.  

Woran erkenne ich, dass mein Baby zahnt?

Die Reaktion unserer Minis auf das Bewegen und Durchbrechen der Zähne kann ganz verschieden sein. Unsere Jungs haben beispielsweise sehr gelitten und jedes ihrer Zähnchen hat uns so einige schlaflose Nächte beschert hat. Unsere Mini-Maus hingegen hat ihre Zähnchen nahezu unbemerkt im Schlaf bekommen. 

Bevor die erste kleine Ecke sichtbar wird, müssen sich die kleinen Zähnchen zunächst einmal Stück für Stück durch den Kiefer und das Zahnfleisch nach unten schieben. Dabei kann das Zahnfleisch anschwellen und unangenehm drücken. Viele Kinder versuchen das durch Kauen oder Beißen zu lindern. 

Mögliche Anzeichen dafür, dass dein Baby zahnt, sind 

  • vermehrtes Sabbern
  • ständiges kauen auf den Händen oder anderen Dingen
  • Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches
  • Unruhe und vermehrtes Weinen
  • schlechter, unruhiger Schlaf
  • gerötete Wangen
  • Appetitlosigkeit
  • wunder Po

Viele Eltern berichten von erhöhter Temperatur und Durchfall während des Zahnens. Das ist aber nicht belegt und kann auch andere Ursachen haben. Im Zweifel solltest du bei Fieber, Durchfall und Erbrechen immer einen Kinderarzt befragen.

Was hilft bei Zahnungsschmerzen?

Leidet dein Mini unter Zahnungsschmerzen, kann das für alle Beteiligten ganz schön anstrengend werden. Auch wenn du deinem kleinen Wunder das Zahnen leider nicht abnehmen kannst, gibt es doch einige Möglichkeiten die Beschwerden etwas zu lindern: 

  • Sanfte Zahnfleischmassage mit einem Fingerling
  • Gekühlte Beißringe (aus dem Kühlschrank, nicht aus dem Gefrierfach!)
  • Nasse, kalte Waschlappen zum Kauen
  • Veilchenwurz
  • Kalter Kamillentee
  • Gekühltes Fruchtpüree oder Naturjoghurt
  • Kaltes Obst im Obstsauger
  • Viel Nähe im Tragetuch oder in der Babytrage

Damit die Kleidung deines Babys nicht ständig wieder unangenehm nass ist und gewechselt werden muss, kannst du hübsche Dreieckstücher (*) verwenden.

Außerdem kann es jetzt sinnvoll sein, dass Kinn deines kleinen Wunders einzucremen, um das Wundwerden zu verhindern.

Ab wann muss ich meinem Baby die Zähne putzen?

Ab dem ersten durchgebrochenen Zahn, solltest du mit dem regelmäßigen Zähneputzen beginnen. Eine gute Zahnpflege von Anfang an hält die Zähne dauerhaft gesund.

Du kannst dein Mini sogar schon vor dem ersten Zähnchen an das tägliche Zähneputzen gewöhnen, indem du das Zahnfleisch morgens und abends mit einem Waschlappen oder einer Fingerzahnbürste vorsichtig massierst. Für die meisten Babys ist der leichte Druck auf das Zahnfleisch sogar sehr angenehm.

Wenn das tägliche Zähneputzen für dein kleines Wunder schon früh selbstverständlich wird, wird es diese Routine wahrscheinlich auch später beibehalten.  

Wie oft muss ich meinem Baby die Zähne putzen?

Am Morgen und am Abend sollte das Zähneputzen selbstverständlich sein und das gilt auch schon für dein Baby. Milchzähne haben einen dünneren Zahnschmelz und sind daher anfälliger für Karies. Es ist daher umso wichtiger, sie wirklich gründlich zu putzen. 

Wie putze ich meinen Baby richtig die Zähne?

Auch wenn alles Neue erst einmal eine Herausforderung ist, wird es mit etwas Übung mit Sicherheit auch für euch schnell zur Routine. 

Vielleicht hast du auch schon gehört, dass die Zähne immer drei Minuten lang geputzt werden sollen. Für ältere Kinder mag das auch ein ganz guter Anhaltspunkt sein, aber für Babys und Kleinkinder gilt das auf jeden Fall nicht. Schließlich ist die Anzahl der bereits durchgeborenen Zähne ganz unterschiedlich. Außerdem kann die Kooperationsbereitschaft nicht nur von Kind zu Kind, sondern auch von Tag zu Tag komplett unterschiedlich sein. Du solltest daher nicht auf die Uhr schauen, sondern dir vielmehr so viel Zeit nehmen wie du benötigst um alle Außen-, Innen- und Kauflächen gründlich zu reinigen.

Achte darauf, dass du nicht zu fest drückst, damit das empfindliche Zahnfleisch nicht gereizt wird, wenn du die Zahnbürste leicht schräg am Zahnfleisch ansetzt und mit kleinen Bewegungen systematisch zunächst alle Außenflächen, anschließend alle Innenflächen und zum Schluss alle Kauflächen sauber putzt.

Welche Zahnbürste benutze ich am Besten für mein Baby?

Mit einer Babyzahnbürste mit kleinem Bürstenkopf und weichen Borsten erreichst du alle Zähne gut ohne das Zahnfleisch zu verletzen. 

Wenn dein kleines Wunder etwas älter ist, könnt ihr natürlich auch einmal eine elektrische Kinderzahnbürsten ausprobieren, denn größere Kinder finden sie oft viel spannender. 

Wichtig ist, dass du die Zahnbürste alle zwei bis drei Monate austauschst. Bei uns waren die Borsten aber meistens schon vorher auseinander gebogen. Wenn die Zahnbürste deines Minis genauso aussieht, solltest du sie natürlich auch häufiger tauschen. 

Welche Zahnpasta eignet sich für Babys?

Ich kann dir nur dazu raten, in jedem Fall eine Zahnpasta zu verwenden, die ausdrücklich für Babys und Kleinkinder geeignet ist. Zahncreme für Erwachsene enthält häufig Inhaltsstoffe die für Kinder ungeeignet sind. Außerdem sollte die Liste an unnötigen Zusatzstoffen natürlich möglichst kurz sein.

Du hast die Wahl zwischen Zahnpasta mit und ohne Fluorid. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies, so dass aktuell empfohlen wird, eine Kinderzahnpasta mit Fluorid zu verwenden. Manche Babys erhalten aber auch Fluoridtabletten. Du solltest daher mit eurem Kinderarzt bzw. eurer Kinderärztin darüber sprechen, welche Zahncreme am Besten für dein Baby ist.

Für dein kleines Wunder genügt schon eine kleine Menge Zahnpasta. Bis zum zweiten Geburtstag reicht es, wenn du einen kleinen Streifen in der Größe eines Reiskornes auf die Zahnbürste gibst und nach dem zweiten Geburtstag etwa die Größe einer Erbse. Auch wenn das erst einmal wenig erscheint, solltest du dich daran halten, da dein Baby die Zahnpasta natürlich noch nicht nicht ausspucken kann.

Wann kann mein Kind alleine die Zähne putzen?

Auch wenn dein kleines Wunder am Liebsten schon alles selbst machen möchte, solltest du die Zähne immer gründlich nachputzen. Kleinkinder haben nämlich noch nicht die nötige Feinmotorik, um wirklich alle Zahnflächen zuverlässig sauber zu putzen. Trotzdem möchte dein Mini natürlich selbständig werden und das solltest du unbedingt fördern. Schließlich ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen und dein Kind braucht die Möglichkeit zu üben. Damit die Zähne gesund bleiben, solltest du erst dein kleines Wunder putzen lassen und dann selbst noch einmal gründlich jeden Zahn nachputzen. Die meisten Zahnärzte und Zahnärztinnen empfehlen das beizubehalten bis dein Mini im Grundschulalter ist und sich selbst die Schuhe binden und flüssig schreiben kann.

Was kann ich tun wenn mein Kind die Zähne nicht putzen mag?

Aber was ist, wenn dein Kleines dann in eine Phase kommt in der es sich nicht mehr so bereitwillig die Zähne putzen lassen möchte?

  • Sei ein gutes Vorbild, denn unsere Kinder lernen am Besten durch Nachahmung. Nimm dein Baby von Anfang an mit ins Badezimmer, wenn du dir die Zähne putzt. Es beobachtet die Regelmäßigkeit und wird das nachahmen wollen.

  • Gerade für kleine Kinder ist Zeit oft noch nicht greifbar. Eine kleine Sanduhr, die selbst umgedreht werden darf, kann hier helfen.

  • Selbst Entscheidungen zu treffen ist für Kinder sehr wichtig. Lass dein Mini doch seine Zahnbürste mit dem Lieblingsmotiv oder in der Lieblingsfarbe aussuchen. Putzt es lieber im Sitzen oder im Stehen? Jede Entscheidung die selbst getroffen werden darf, macht es deinem Mini einfacher.

  • Warum soll ich überhaupt die Zähne putzen? Es dauert nicht lange, bis unsere Kinder ihre Welt verstehen möchten. Nutze Bilderbücher und Geschichten um zu erklären warum das Zähneputzen so wichtig ist.

  • Mit Spaß geht alles leichter. Putzt nicht Mama sondern eine Handpuppe macht es gleich viel mehr Spaß.

  • Versuche es doch einmal mit einem lustigen Zahnputzlied.

  • Am Fenster die Zähne zu putzen kann für dein Kind auch spannender sein als der Blick auf die Badezimmerwand.

  • Vielleicht könnt ihr euch auch abwechseln. Lass dein Kind doch im Gegenzug auch mal bei dir putzen. Das könnt ihr sowohl gleichzeitig als auch nacheinander probieren.

  • Manche Kinder finden eine elektrische Zahnbürste spannend.

  • Habt ihr schon mal nachgezählt wie viele Zähne dein Kind schon hat? Täglich zu kontrollieren ob noch alle da sind kann auch ein lustiges Spiel sein.

  • Schaut dein Kind gerne Bilderbücher an? So vergeht die Zeit des Zähneputzens gleich viel schneller.

  • Manche Kinder finden es lustig das Zähneputzen in einem Handspiegel oder einem niedrig angebrachten Spiegel an der Wand zu beobachten.

  • Wenn dein Mini einmal so gar nicht putzen möchte, dann versucht es doch einfach später noch einmal. Achte grundsätzlich darauf, dass dein Kind noch nicht zu müde ist. Manchmal hilft es schon etwas früher zu putzen.

  • Schon mal daran gedacht die Zahnpasta zu wechseln? Du magst sicherlich auch nicht jede Zahncreme.

  • Vielleicht ist auch die Zahnbürste für dein Kind unangenehm. Achte auf weiche Borsten.

  • Achte darauf, dass das Zähneputzen nicht zum negativen Erlebnis wird. Brechen beispielsweise gerade neue Zähne durch kann dies schmerzhaft sein. Wenn das Nachputzen dann ausnahmsweise einmal etwas kürzer ausfällt und nicht ganz so gründlich erfolgt, ist das für die Zahngesundheit langfristige sicherlich besser als nun unter Schmerzen und Tränen auf das ordentliche Putzen zu bestehen.

Ist Karies in Milchzähnen denn wirklich schlimm?

Karies in Milchzähnen ist doch gar nicht so dramatisch.
Schließlich verlieren unsere Minis diese doch ohnehin.

Tatsächlich kommt Karies bei Kleinkindern schon erschreckend häufig vor. Einerseits dienen die Milchzähne als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Werden sie zu früh verloren, kann das zu Problemen bei der Zahnstellung der bleibenden Zähne führen. Außerdem können die Milchzähne die bleibenden Zähne bereits mit Karies anstecken. Schließlich kann ein Loch im Zahn sogar ein Abszess verursachen. Mehr Infos zum Thema Karies bei Kindern findest du auch hier. 

Wie kann ich Karies bei meinem Kind vorbeugen?

Das alles möchten wir unseren Kindern ganz sicher ersparen, so dass es sich lohnt, schon früh auf eine gründliche Zahnpflege zu achten.

Außerdem solltest du am Besten komplett auf zuckerhaltige Getränke verzichten. Keinesfalls sollten zucker- oder säurehaltige Getränke in eine Saugflasche gefüllt werden, wodurch die Zähne für eine extrem lange Zeit permanent Kontakt damit haben. 

Generell sollten Kinder möglichst schnell lernen, aus einem Becher zu trinken. Selbst das ständige Nuckeln an einer Flasche mit Wasser ist nämlich schädlich für die Zähne. Unser Speichel hat eine Schutzfunktion für die Zähne. Wird er andauernd verdünnt, kann er diese nicht mehr erfüllen.  

Karies ist ansteckend und die Bakterien können nahezu bei allen Erwachsenen nachgewiesen werden. Deshalb sollten Babyflaschen, Schnuller oder auch Besteck nur vom Kind und nicht von Erwachsenen in den Mund genommen werden. 

Ab wann sollte ich mit meinem Kind zum Zahnarzt gehen?

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) empfiehlt die FU 1 a als erste Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt bereits zwischen dem 6. und 9.  Lebensmonat. So kann sich dein kleines Wunder schon früh an regelmäßige Besuche beim Zahnarzt gewöhnen und bringt den Zahnarzt nicht mit Schmerzen in Verbindung. 

Was kann ich tun, damit mein Kind keine Angst vor dem Zahnarzt hat?

Hat dein Schatz größere Geschwisterkinder, die beim Zahnarzt besonders tapfer sind? Dann kann es dir nicht nur Zeit sparen die Vorsorgetermine zusammenzulegen, sondern dein Mini hat auch ein tolles Vorbild.

Damit dein Kind keine Angst vor dem Zahnarzt entwickelt, solltest du auf deine Äußerungen im Alltag achten. Ist dir schon mal ein drohendes „Dann musst du zum Zahnarzt“ herausgerutscht? Ich bin der totale Angsthase wenn es um den Gang zum Zahnarzt geht. Auch wenn es schwer fällt, tun wir unseren Minis einen Gefallen, wenn wir versuchen uns die eigene Angst möglichst wenig anmerken zu lassen. Wir haben uns aus diesem Grund dazu entschieden, dass es besser ist wenn mein Mann die Zahnarztbesuche mit unseren Kindern übernimmt. 

Es gibt Zahnärzte die sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert haben. Vielleicht hat jemand aus deinem Umfeld einen Tipp. 

Hat dein Kind einen besonders wichtigen Spielkammeraden wie z. B. ein Lieblingsstofftier? Dieses kann doch zum Zahnarzt begleiten und jede Menge Sicherheit geben.

Ihr könnt außerdem auch zuhause immer mal wieder Zahnarzt spielen. 

Sollte ich meinem Baby einen Schnuller geben?

Genauso individuell wie jede Familie ist wohl auch die Ansicht zum Schnuller. In jedem Fall sollte ein Schnuller mit Bedacht eingesetzt werden.
 
Jedes Baby hat einen angeborenen Saugreflex. Wie ausgeprägt dieser ist, ist allerdings extrem unterschiedlich. Saugen tröstet und beruhigt und gerade bei Schmerzen und Unwohlsein kann ein Schnuller unverzichtbar erscheinen. 
 
Wenn wir andererseits aber achtsam mit unseren Kindern umgehen und auf ihre Bedürfnisse eingehen möchten gehört dazu, dass wir ihre Beschwerden zulassen. Wie würdest du dich fühlen, wenn dir immer dann, wenn du dein Unwohlsein ausdrücken möchtest, sofort ein Schnuller in den Mund gesteckt würde, damit du ruhig bist?
 
Ich persönlich habe bei meinen Kindern Schnuller genutzt, aber nur in sehr eingeschränktem Maße.
 

Schadet ein Schnuller den Zähnen meines Babys?

Wird ein Schnuller über lange Zeit und sehr intensiv genutzt, können Zahnfehlstellungen oder Sprachstörungen die Folge sein. Viele Zahnärzte sehen Schnuller daher eher kritisch. 
 
Außerdem erhöht ein Schnuller das Risiko für Mittelohrentzündungen und kann zu Problemen beim Stillen führen (Saugverwirrung).

Ich wünsche dir möglichst stressfreie Zahnputzzeiten!

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