Junge oder Mädchen?
– Wann erfahre ich das Geschlecht meines Babys? –
Warum fragt eigentlich nahezu jeder, der von einer Schwangerschaft erfährt, als erstes ob es ein Mädchen oder ein Junge wird? Natürlich ist für dich das Wichtigste, dass dein kleiner Bauchzwerg gesund und munter ist. Aber wenn du ganz ehrlich bist, bist du vielleicht auch schon neugierig. Um dich herum wird fleißig gerätselt ob dein Bauch nicht nach Mädchen aussieht oder deine Haut plötzlich so strahlt, dass es nur ein Junge werden kann. Wie viel Wahrheit kann in solchen Mythen stecken? Wie viel Geduld muss ich noch haben, bis ich das Geschlecht meines Babys erfahre?
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Inhalte dieses Artikels
Wann entwickelt sich das Geschlecht meines Babys?
Die Entscheidung über das Geschlecht deines Babys fällt schon früher, als die meisten vermuten. Direkt bei der Befruchtung ist nämlich schon klar, ob du dich über einen Jungen oder ein Mädchen freuen darfst.
Wusstest du eigentlich, dass das Geschlecht immer durch den werdenden Papa bestimmt wird? Während deine Eizellen nämlich immer ein X-Chromosom enthalten, können die Samenzellen entweder ein X- oder ein Y-Chromosom in sich tragen. Trifft eine Samenzelle mit einem X-Chromosom auf deine Eizelle, bekommst du ein Mädchen. Hat eine Samenzelle mit einem Y-Chromosom das Rennen gewonnen, bekommst du einen Jungen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwas 50 % und auch wenn es zahlreiche Mythen darum gibt, wie sich das Geschlecht beeinflussen lassen soll, konnte keine davon wissenschaftlich belegt werden.
Obwohl das Geschlecht schon von der ersten Sekunde der Entwicklung an feststeht, dauert es noch eine ganze Weile, bis es von außen erkennbar wird. Erst ca. ab der 7. SSW beginnt sich die äußerliche Entwicklung überhaupt zu unterscheiden. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Unterschiede so gravierend sind, dass sie bei einem Ultraschall zu erkennen wären. Du wirst dich also leider noch eine Weile gedulden müssen.
Möchtest du das Geschlecht deines Babys vor der Geburt erfahren?
Nur weil das Geschlecht erkennbar ist, heißt das noch lange nicht, dass du es dir sagen lassen musst. Es ist selbstverständlich deine ganz persönliche und freie Entscheidung ob du es schon vorher wissen oder dich bei der Geburt überraschen lassen möchtest. Auch wenn dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin dich in der Regel fragen wird, bevor er / sie etwas verrät, würde ich dir dringend empfehlen, direkt vor jeder Untersuchung noch einmal ausdrücklich mitzuteilen, wenn du es nicht wissen möchtest.
Wenn du das Geschlecht schon vor der Geburt kennst, kann dir das die Namenssuche erleichtern. Auch für die Einrichtung des Babyzimmers oder die Erstausstattung spielt es für dich vielleicht eine Rolle, ob du einen Jungen oder ein Mädchen bekommst. Wobei ich dir immer empfehlen würde, auch den Gedanken zuzulassen, dass es bei der Geschlechtsbestimmung einen Irrtum gegeben haben könnte. Bei mir selbst haben die Ärzte zwar in allen drei Fällen richtig gelegen, doch ich kenne durchaus auch zwei Fälle, in denen es bei der Geburt zu einer großen Überraschung kam.
Entscheidest du dich von vorne herein dafür, dir das Geschlecht nicht sagen zu lassen, kann sich der Moment der Geburt noch unvergesslicher und besonderer anfühlen. Außerdem vermeidest du in jede Fall typische Rollenklischees und auch Familie und Freunde sind gezwungen neutrale Geschenke zur Geburt auszusuchen. Du wirst das Babyzimmer zeitloser einrichten und kannst die gesamte Erstausstattung für ein vielleicht folgendes Geschwisterkind weiterverwenden.
Welche Möglichkeiten zur Geschlechtsbestimmung gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Geschlecht deines Babys schon vor der Geburt herauszufinden. Die meisten werdenden Eltern erfahren bei einer Ultraschalluntersuchung ob sie einen Jungen oder Mädchen bekommen. Da sich in deinem Blut geringe Mengen der DNA deines Bauchbewohners befinden, kann auch über einen Bluttest herausgefunden werden, welches Geschlecht dein Baby hat. Zu guter Letzt kann auch eine Fruchtwasseruntersuchung das Geheimnis lüften.
Geschlechtsbestimmung durch eine Fruchtwasseruntersuchung
Bei einer Fruchtwasseruntersuchung wird etwas Fruchtwasser entnommen, in dem sich Zellen deines kleinen Wunders befinden. Diese werden untersucht und dabei kann eindeutig festgestellt werden, ob dein Baby XX-Chromosomen (Mädchen) oder XY-Chromosomen (Junge) besitzt. Da es sich hierbei um einen invasiven Eingriff handelt, der nicht ganz ungefährlich ist, wird sie nur durchgeführt, wenn es einen medizinischen Grund dafür gibt und nicht ausschließlich um zu erfahren, ob du einen Jungen oder ein Mädchen bekommst.
Geschlechtsbestimmung durch eine Blutuntersuchung
Beim sogenannten NIPT-Test wird dir etwas Blut abgenommen um die DNA deines Babys, die sich in deinem Blut befindet, zu untersuchen. Enthält diese Y-Chromosomen, wirst du einen Jungen bekommen. Diese Untersuchung dient aber eigentlich dazu, eine Aussage zum Risiko von Chromosomenstörungen (Trisomien) treffen zu können und wird nicht nur deshalb durchgeführt werden, um dir das Geschlecht zu verraten. Du solltest daher auch unbedingt vorher ausdrücklich darum bitten, dass das Geschlecht mitbestimmt werden soll.
Ab wann kann man das Geschlecht meines Babys beim Ultraschall erkennen?
Meistens wird das Geschlecht eines Babys aufgrund einer Ultraschalluntersuchung bestimmt. Erfahrene Ärzte können ca. ab der 12. SSW kleine Unterschiede in der Entwicklung erkennen. Sie sind aber noch nicht ganz eindeutig, so dass es sich eher um eine Tendenz handelt. Eine recht zuverlässige Aussage ist in den meisten Fällen ab der 20. Schwangerschaftswoche möglich. Da zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche das zweite große Screening ansteht, erfahren die meisten werdenden Eltern hierbei auch das Geschlecht ihres kleinen Wunders. Wie sicher die Geschlechtsbestimmung möglich ist, hängt von der Lage deines Bauchzwergs, der Qualität des Ultraschallgerätes und der Erfahrung der Ärztin bzw. des Arztes ab. In jedem Fall solltest du wissen, dass eine Ultraschalluntersuchung niemals 100 %ig sicher ist.
Ab wann darf ein Arzt oder eine Ärztin das Geschlecht verraten?
Nur weil dein Arzt oder deine Ärztin das Geschlecht deines kleinen Wunders kennt, heißt das nicht, dass du es auch schon verraten bekommst. Das ist kein böser Wille, sondern hat einen ernsten gesetzlichen Hintergrund. Auch wenn es kaum vorstellbar ist, kann das Geschlecht eines Babys auch heute noch der Grund für einen Schwangerschaftsabbruch sein. Um dies zu verhindern, dürfen Ärzte den werdenden Eltern das Geschlecht eines Babys erst 12 Wochen nach der Befruchtung oder 14 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Periode mitteilen.
Kann ich selbst erkennen, welches Geschlecht mein Baby hat?
Tatsächlich gibt es ziemlich viele Mythen dazu, woran das Geschlecht eines Babys schon in der Schwangerschaft zu erkennen sein soll:
- Ist dein Bauch schmal, spitz und tief, bekommst du einen Jungen. Ist dein Bauch hingegen breit, rund und hoch, bekommst du ein Mädchen.
- Darfst du dich über besonders schöne Haut und stärkeres Haarwachstum freuen, trägst du einen Jungen im Bauch. Hast du mit unreiner Haut und fettigen Haare zu kämpfen, wird es ein Mädchen.
- Je stärker die Übelkeit, desto wahrscheinlicher ist es, dass du ein Mädchen bekommst.
- Während du bei einer Mädchenschwangerschaft Heißhunger auf Süßes verspürst, hast du in einer Jungenschwangerschaft Lust auf Salziges oder Herzhaftes.
- Hat dein Baby eine Herzfrequenz von weniger als 140 Schläge / Minute wird es ein Junge.
- Kennst du schon den chinesischen Empfängniskalender?
- Fängt der Ehering an einem Faden über dem Bauch an zu kreisen, wird es ein Mädchen. Schwingt er gerade hin und her, wird es ein Junge.
Erwiesen sind diese Theorien alle nicht. Es gibt zwar eine Studie, die herausgefunden haben möchte, dass werdende Mädchenmamas stärker unter Übelkeit leiden, aber eine wirklich verlässliche Vorhersage lässt sich auch daraus nicht machen. Wenn es dir aber Freude macht, solltest du dir den Spaß am Rätseln natürlich nicht nehmen lassen und darfst selbstverständlich gerne nach Herzenslust deine Vermutungen anstellen.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Überraschungsmoment!
