Kuschel mich! – Warum das Kuscheln für Babys so wichtig ist

Endlich kannst du dein Baby in den Arm nehmen! Die ersten Tage nach der Geburt darfst du einfach nur damit verbringen, dein kleines Wunder zu beobachten und zu kuscheln. Doch die Zeit vergeht wie im Flug. Schon bald ist das Wochenbett vorbei und der Alltag hat dich wieder eingeholt. Trotz aller Termine und To Do´s solltest du dir auch weiterhin ganz viel Zeit zum Schmusen mit deinem Mini nehmen. Warum ist das Kuscheln für Babys so wichtig? 

Kuscheln nach der Geburt

Nach der Geburt können wir doch gar nicht anders, als unser Baby ausgiebig zu kuscheln. Gerade in der ersten gemeinsamen Stunde ist direkter Hautkontakt für dein Baby aber auch für dich ganz besonders wichtig. Beim sogenannten Känguruhen oder auch Bonding liegt dein Mini nur mit einer Windel bekleidet auf deiner nackten Haut. Dabei kannst du natürlich auch eine dünne Decke über euch beiden ausbreiten. Dieser direkte Hautkontakt hat ganz viele positive Auswirkungen:

  • Ihr beginnt direkt damit eine stabile Bindung zueinander aufzubauen.
  • Dein Baby fühlt sich in dieser ganz neuen Welt sicher und geborgen.
  • Stillstart: Besserer Milchfluss durch intensiven Körperkontakt.
  • Der Kontakt mit den Bakterien auf deiner Haut stärkt das Immunsystem deines Babys.
  • Die Vitalfunktionen deines Minis sind stabiler und die Durchblutung wird verbessert.
  • Atmung und Herzschlag werden gleichmäßiger. 

So gesund ist Kuscheln (nicht nur) für dein Baby 

Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass unsere Babys zu den sogenannten “Traglingen” gehören. Das bedeutet, dass sie natürlicher Weise die ersten Monaten ihres Lebens von den Eltern getragen werden und sich damit dauerhaft im Körperkontakt befinden. Diese Nähe gibt ihnen die notwendige Sicherheit um sich körperlich aber auch emotional gesund zu entwickeln. Für mich und meine drei Minis war das Tragetuch aus dem Alltag nicht wegzudenken. Im engen Körperkontakt kannst du die Signale deines Babys sofort wahrnehmen und darauf reagieren. Dadurch wird das Urvertrauen deines Minis gestärkt. 

Kuscheln hat nicht nur für dein Baby ganz viele positive Effekte sondern auch für dich: Oxytocin wird häufig auch als “Kuschelhormon” bezeichnet. Es hilft unserem Körper das Stresshormon Kortisol schneller abzubauen, so dass wir uns entspannen und ruhiger werden. Gleichzeitig stärkt Oxytocin die Bindung zu deinem Mini. Durch seine antidepressive Wirkung kann Oxytocin das Risiko einer postnatalen Depression reduzieren. 

Zu guter Letzt stärkt ausgiebiges Kuscheln das Immunsystem. 

Schadet fehlende Nähe einem Baby?

Unsere Babys werden unreif geboren und sind zu 100 % auf unsere Fürsorge angewiesen. Zu wenig Körperkontakt versetzt ein Baby in einen dauerhaften Stresszustand. Das behindert die altersgemäße Entwicklung und macht es anfälliger für Infektionen. Diese Kinder fallen später häufig durch emotionale und soziale Probleme auf.

Kuscheln zum Einschlafen

Wenn dein Baby müde wird, möchte es wahrscheinlich besonders viel kuscheln. Wie bereits erwähnt sorgt Oxytocin für Ruhe und Entspannung. Zusammen mit dem Gefühl vollkommener Sicherheit und Geborgenheit lässt es sich viel einfacher einschlafen. Der Schlaf ist ruhiger und tiefer was wohl nicht nur im Interesse deines kleinen Wunders ist.

Auch wenn es die Wahrscheinlichkeit erhöht, ist selbst noch so ausgiebiges Kuscheln natürlich keine Garantie für erholsame Nächte. Wie du auch nach einer anstrengenden und kurzen Nacht durch den Tag kommst, erfährst du hier. 

Kuscheln ist gut für Entwicklung des Gehirns

Gerade die ersten Wochen und Monate sind für die Entwicklung deines Babys extrem wichtig. Das gilt nicht nur für die körperliche sondern auch für die geistige Entwicklung. Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan und die meisten Reize erreichen das Gehirn deines Minis über den Tastsinn. In einer gemeinsamen Studie konnten das National Children’s Hospital und das Vanderbilt University Medical Center nachweisen, dass die Hirnaktivität von Babys beim sanften Körperkontakt zunimmt. Das Gehirn entwickelt sich hierdurch schneller und besser.

Wie viel Kuscheln ist gut für dein Baby?

Die Frage, wie viel du mit deinem Baby kuscheln solltest, ist ganz schnell und einfach zu beantworten: So viel wie möglich. Lange Zeit dachte man, dass Babys mit zu viel Nähe verwöhnt und verzogen werden könnten. Heute wissen wir, dass wir unseren Kindern gar nicht zu viel Nähe schenken können. Mit deinem kleinen Wunder zu kuscheln stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und lässt euch eine wirklich tiefe Beziehung zueinander aufbauen. Schon lange bevor dein Mini versteht was du sagst, nimmt es sanfte Berührungen als positiv und beruhigend wahr. Wenn du dein Baby wickelst oder badest ist das eine wunderbare Gelegenheit für ein paar extra Streicheleinheiten. Die meisten Babys genießen auch eine sanfte Babymassage.

Was ist, wenn dein Baby nicht kuscheln mag?

Unser ältester Sohn wurde schon relativ früh zu einem kleinen Wuselkind. Mal kurz kuscheln war ja okay, aber bitte nicht länger als ein paar Sekunden. Dann wurde man schon wieder unruhig, musste sich bewegen und hatte neue spannende Dinge zu entdecken. So schwer es auch manchmal fällt, sollten wir keine Kuscheleinheiten erzwingen, nur um uns selbst dadurch besser zu fühlen. Jedes Kind ist anders und so wichtig Kuscheln auch ist, kann Nähe und Zuwendung doch auch ganz verschieden aussehen. Während unsere anderen beiden Minis wirkliche Kuschelkinder sind, bestehen die gemeinsamen Momente bei unserem ältesten Sohn eher aus bauen, toben und experimentieren. Trotzdem freue ich mich natürlich immer über die kurzen Kuschelpausen und genieße sie umso mehr.  

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