Geborgenheit hat Nebenwirkungen
– Warum Kuscheln für Babys so wichtig ist –

Beitragsbild Blogartikel Kuscheln mit Babys
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Endlich kannst du dein Baby im Arm halten! Das lange Warten hat ein Ende und du darfst die ersten Tage nach der Geburt einfach nur damit verbringen dein kleines Wunder zu bestaunen und zu kuscheln. Doch das Wochenbett vergeht wie im Flug und schon bald hat dich der Alltag eingeholt. Nun warten dich noch mehr Termine, höhere Wäscheberge, größere Einkäufe und längere To-Do-Listen als zuvor. Doch auch wenn das Familienchaos noch so anstrengend ist, solltest du euch immer wieder Zeit für eine Kuschelpause geben. Warum ist das Kuscheln für Babys so wichtig? 

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Inhalte dieses Artikels

Was bewirkt Hautkontakt direkt nach der Geburt?

Nach der Geburt können wir doch gar nicht anders, als unser Baby ausgiebig zu kuscheln.

Gerade in der ersten gemeinsamen Stunde ist direkter Hautkontakt für dein Baby aber auch für dich ganz besonders wichtig. Beim sogenannten Känguruhen oder Bonding liegt dein Mini, meist nur mit einer Windel bekleidet, direkt auf deiner nackten Haut. Dabei kannst du natürlich auch eine dünne Decke über euch beiden ausbreiten, so dass ihr es auch warm und gemütlich habt. Dieser direkte Hautkontakt hat ganz viele positive Auswirkungen:

  • Ihr beginnt direkt damit eine stabile Bindung zueinander aufzubauen.

  • Dein Baby fühlt sich in dieser ganz neuen Welt sicher und geborgen.

  • Intensiver Körperkontakt erleichtert den Stillstart, da der Milchfluss angeregt wird.

  • Der Kontakt mit den Bakterien auf deiner Haut stärkt das Immunsystem deines Babys.

  • Die Vitalfunktionen deines Minis sind stabiler und die Durchblutung wird verbessert.

  • Atmung und Herzschlag deines kleinen Wunders werden gleichmäßiger. 

  • Du kannst auf die Signale seines Babys sofort reagieren, wodurch das Urvertrauen gestärkt wird.

  • Unterstützung für dein Mini um seine Körpertemperatur zu halten.

Schadet es unserer Bindung, wenn ich nicht direkt nach der Geburt mit meinem Baby Kuscheln kann?

Was ist, wenn du dein Baby nicht sofort zu dir nehmen kannst? Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen, dass eure Verbindung verloren ist, wenn dein Baby z. B. nach der Geburt erst einmal medizinische Hilfe benötigt und du dein kleines Wunder erst später in den Arm nehmen kannst. Auch wenn das Kuscheln nach der Geburt noch so wertvoll ist, ist Bonding keine Sache, die in einer Stunde erledigt ist. Ihr werdet noch ganz viele kleine und große Kennenlernmomente genießen können. Sobald ihr beide fit seid könnt ihr eure Kuschelzeit nachholen und so richtig genießen. So wird eure Verbindung mit jedem Tag wachsen.  

Warum ist Nähe für Babys und Kleinkinder so wichtig?

Nicht nur in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt, sondern auch danach ist das regelmäßige und ausgiebige Kuscheln gesund und wichtig für dein Mini.

Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass unsere Kinder zu den sogenannten „Traglingen“ gehören. Als solche sind sie von Natur aus komplett auf unsere Nähe und Fürsorge angewiesen. Sie können noch in keiner Weise für sich selbst sorgen oder sich alleine regulieren. Unsere kleinen Wunder brauchen unsere Nähe und Unterstützung um sich körperlich aber auch emotional gesund zu entwickeln.  

Du gibst deinem Mini die Sicherheit, um sich in einer ganz neuen und fremden Welt zurechtzufinden. Es kann sich darauf verlassen, dass du immer da bist und auf seine Bedürfnisse achtest. Dein Herzschlag, deine Wärme und deine Berührungen helfen deinem kleinen Wunder sich zu beruhigen bis sich die Fähigkeit der Selbstregulation entwickelt hat. Außerdem wird das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, das hilft das Stresslevel zu senken und sich zu entspannen. 

Wie wirkt sich körperliche Nähe auf die Gehirnentwicklung aus?

Gerade die ersten Wochen und Monate sind für die Entwicklung deines Babys extrem wichtig. Das gilt nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Entwicklung. Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan und die meisten Reize erreichen das Gehirn deines Minis über den Tastsinn. Bei sanftem Körperkontakt nimmt die Hirnaktivität deines Babys zu und das Gehirn entwickelt sich schneller und besser.

Was hat das Kuscheln mit dem Mikrobiom zu tun?

Während einer natürlichen Geburt bekommt dein Baby mir jeder Menge Bakterien von dir in Kontakt, die wichtig für den Aufbau seines Mikrobioms sind. Auch beim Stillen und langen und intensiven Kuscheln werden wertvolle Mikroorganismen an dein Baby weitergegeben. Ein gesundes Mikrobiom ist nicht nur für die Verdauung, sondern auch für das Immunsystem deines Babys wichtig. 

Verwöhne ich mein Baby mit dem Kuscheln zum Einschlafen zu sehr?

Wenn dein Baby müde wird, möchte es wahrscheinlich besonders viel kuscheln. Wie bereits erwähnt sorgt Oxytocin für Ruhe und Entspannung. Zusammen mit dem Gefühl vollkommener Sicherheit und Geborgenheit lässt es sich viel einfacher einschlafen. Der Schlaf ist ruhiger und tiefer was wohl nicht nur im Interesse deines kleinen Wunders ist.

Auch wenn es die Wahrscheinlichkeit erhöht, ist selbst noch so ausgiebiges Kuscheln natürlich keine Garantie für erholsame Nächte. Wie du nach einer anstrengenden und kurzen Nacht durch den Tag kommst, erfährst du hier. 

Wie viel Nähe braucht mein Baby?

Die Frage, wie viel du mit deinem Baby kuscheln solltest, ist ganz schnell und einfach zu beantworten: So viel wie möglich.

Lange Zeit dachte man, dass Babys mit zu viel Nähe verwöhnt und verzogen werden könnten. Heute wissen wir, dass wir unseren Kindern gar nicht zu viel Nähe schenken können. Heute wissen wir, dass unsere Babys unreif geboren werden und zu 100 % auf unsere Fürsorge angewiesen sind. Zu wenig Körperkontakt versetzt ein Baby in einen dauerhaften Stresszustand. Das behindert die altersgemäße Entwicklung und macht es anfälliger für Infektionen. Diese Kinder fallen später häufig durch emotionale und soziale Probleme auf.

Mit deinem kleinen Wunder zu kuscheln stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und lässt euch eine wirklich tiefe Beziehung zueinander aufbauen. Schon lange bevor dein Mini versteht was du sagst, nimmt es sanfte Berührungen als positiv und beruhigend wahr.

Wenn du dein Baby wickelst oder badest ist das eine wunderbare Gelegenheit für ein paar extra Streicheleinheiten. Die meisten Babys genießen auch eine sanfte Babymassage.

Was kann ich machen, wenn mein Baby nicht kuscheln mag?

Unser ältester Sohn wurde schon relativ früh zu einem kleinen Wuselkind. Mal kurz kuscheln war ja okay, aber bitte nicht länger als wenige Minuten. Dann wurde man schon wieder unruhig, musste sich bewegen und hatte neue spannende Dinge zu entdecken. 

Jedes Kind ist anders und hast seine ganz eigenen Bedürfnisse nach Nähe. Du brauchst auch nicht immer ganzen Körpereinsatz um deinem kleinen Wunder Geborgenheit zu geben. Vielleicht mag dein Mini zwar nicht stundenlang in deinen Armen Kuscheln, genießt aber die Zeit in der Trage, Händchen halten, Blickkontakt usw. Auch später wird jedes Kind auf andere Art und Weise eine Verbindung zu dir herstellen.

So schwer es auch manchmal fällt, sollten wir keine Kuscheleinheiten erzwingen, nur um uns selbst dadurch besser zu fühlen. Jedes Kind ist anders und so wichtig Kuscheln auch ist, kann Nähe und Zuwendung doch auch ganz verschieden aussehen. Während unsere anderen beiden Minis wirkliche Kuschelkinder sind, bestehen die gemeinsamen Momente bei unserem ältesten Sohn eher aus bauen, toben und experimentieren. Trotzdem freue ich mich natürlich immer über die kurzen Kuschelpausen und genieße sie umso mehr.  

So gesund ist das Kuscheln mit deinem Baby für dich 

Kuscheln hat nicht nur für dein Baby ganz viele positive Effekte sondern auch für dich: Oxytocin wird häufig auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet. Es hilft unserem Körper das Stresshormon Kortisol schneller abzubauen, so dass wir uns entspannen und ruhiger werden. Gleichzeitig stärkt Oxytocin die Bindung zu deinem Mini. Durch seine antidepressive Wirkung kann Oxytocin das Risiko einer postnatalen Depression reduzieren. 

Zu guter Letzt stärkt ausgiebiges Kuscheln das Immunsystem. 

Ich wünsche dir wunderschöne Kuschelmomente!

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