Windeln wechseln leicht gemacht – So kannst du deinen Wickelplatz einrichten

Beitragsbild Blogartikel Wickelplatz einrichten - Stoffwindeln neben Wickelauflage

Wusstest du, dass ein Kind durchschnittlich 5.000 Mal die Windel gewechselt bekommt bevor es trocken wird? Gerade in den ersten Monaten wirst du also eine Menge Zeit mit der Pflege deines kleinen Wunders verbringen. Wie kannst du deinen Wickelplatz praktisch, sicher und schön einrichten?

Wickeln auf Tischhöhe oder auf dem Boden?

Gerade bei Eltern die ihr erstes kleines Wunder erwarten, gehören ein Wickeltisch oder eine Wickelkommode oft zur Grundausstattung. Doch zwingend notwendig sind diese nicht.

Wickeln auf dem Boden

Auch heute noch stürzen viel zu viele Kinder im Laufe der Wickelzeit einmal vom Wickeltisch und ziehen sich teilweise schwere Verletzungen zu. Deshalb empfiehlt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder das Wickeln auf dem Boden, spätestens sobald ein Baby beginnt agiler werden.

Gerade mit mehreren Kindern habe ich selbst unzählige Male die Erfahrung gemacht, wie schnell man kurz abgelenkt sein kann. Wickelst du auf dem Boden kannst du sehr entspannt sein, denn deinem Baby kann auch dann nichts passieren. Natürlich solltest du darauf achten, dass der Umkreis deines Minis kindersicher ist. In greifbarer Nähe darf also nichts heruntergezogen oder umgekippt werden können.

Auf dem Boden kannst du dein Baby auch viel freier vor dem Anlegen einer neuen Windel einige Zeit nackig strampeln lassen. Daran hat nicht nur dein Baby Spaß sondern auch die empfindliche Haut freut sich über etwas frische Luft. Nutze die Zeit doch zum Spielen, Massieren und Kuscheln. Ganz natürlich kannst du deinem Mini bei jedem Windelwechsel das Töpfchen anbieten.

Wickelplatz auf Tischhöhe einrichten

Viele Eltern empfinden das Wickeln auf Tischhöhe gerade in den ersten Monaten als angenehmer.

Beim erhöhten Wickeln ist es wichtig, dass du ununterbrochen Körperkontakt zu deinem Mini hast um Unfälle zu vermeiden. Zusätzlich sollte die Liegefläche möglichst hohe Seitenkanten haben.

Achte darauf, dass sich die Oberkante der Liegefläche etwas über deiner Hüfthöhe befindet, um deinen Rücken nicht unnötig zu belasten. Aber was wenn mehrere unterschiedlich große Personen wickeln? In der Höhe verstellbare Wickeltische lösen dieses Problem sehr elegant. Günstiger ist es, wenn der kleinere Partner einen Hocker bzw. ein Podest in der entsprechenden Höhe nutzt.

Im Vergleich zum Wickeln auf dem Boden ist das erhöhte Wickeln – in welcher Form auch immer – teurer. Gegebenenfalls kannst du die Anschaffungskosten mit einem gebrauchten Möbelstück etwas reduzieren.

Wickeltisch, Wickelaufsatz, Wickelregal oder doch lieber eine Wickelkommode?

1. Wickeltisch: 

Es gibt sowohl freistehende als auch hängend an der Wand montierte Wickeltische. Bei wenig Platz kann sich eine klappbare Variante anbieten.

“2. Wickelaufsatz:

Ein Wickelaufsatz ist die wohl günstigste Art erhöht zu Wickeln. Der Wickelaufsatz wird einfach auf eine Kommode oder die Waschmaschine aufgelegt.

3. Wickelregal:

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um ein Regal mit einer – gegebenenfalls klappbaren – Liegefläche für dein Baby. Du hast zwar viel Stauraum, es sieht jedoch auch schnell unordentlich aus. Körbe und Boxen können das ändern.

4. Wickelkommode:

In einer Wickelkommode hast du viel Stauraum. Wickelkommoden sind jedoch sehr teuer. Inzwischen gibt es einige Möbel, bei denen sich die Wickelfläche entfernen lässt. Die Kommode kann nun nach der Wickelzeit als normales Möbelstück weiter genutzt werden.

Wo ist der beste Ort zum Wickeln?

Der ideale Wickelplatz ist zu jeder Zeit warm (ca. 23 – 25°C) und frei von Zugluft. Außerdem sollte am Wickelplatz möglichst auf Teppich verzichtet werden. Um bequem Wickeln zu können ist ausreichend Freiraum rund um den Wickelplatz von Vorteil.

Achte generell darauf, dass alle Möbel gegen ein Umkippen gesichert sind. Dein Baby sollte beim Wickeln auch keine Steckdosen und Kabel erreichen.

Grundausstattung deines Wickelplatzes

Egal ob du erhöht oder auf dem Boden wickelst, kannst du mit einer Wickelauflage einen gemütlichen Platz schaffen. Eine gefaltete Decke oder ein großes gefaltetes Handtuch sind kostengünstige Alternativen. Achte bei der Anschaffung einer Wickelauflage darauf, dass diese keine gesundheitsgefährdenden Weichmacher enthält.

Die meisten Babys mögen es sehr gerne, wenn der Kopf ganz leicht erhöht liegt. Viele Wickelauflagen haben bereits einen erhöhten Rand. Ein gefaltetes kleines Handtuch unter dem Kopf ist jedoch genauso ausreichend.

Dein Baby wird nur sehr ungern auf einer glatten und kalten Wickelauflage liegen. Einige Hersteller bieten passende Bezüge für ihre Wickelauflagen an. Eine praktische Alternative sind waschbare Wickelunterlagen. Sie haben häufig eine wasserundurchlässige PUL-Schicht (*Werbung*), so dass die Wickelauflage noch besser geschützt ist. Außerdem kannst du sie auch nutzen wenn ihr einmal unterwegs seid. Schaffe in jedem Fall genügend Bezüge oder Wickelunterlagen an, denn du wirst diese öfter Waschen müssen.

Mit einem Heizstrahler wird sich dein Baby selbst im Sommer beim Wickeln, Waschen und Pflegen wohler fühlen. Bringe ihn so an, dass sich keine brennbaren Materialien in der Nähe befinden und dein Mini nicht herankommen kann.

Natürlich solltest du genügend frische Windeln greifbar haben. Aber auch Ersatzkleidung kann praktisch sein falls es mal einen Wickelunfall gibt.

Wickelst du mit Stoffwindeln hast du die Wahl, die benutzten Windeln in einem XXL-Wetbag oder in einem Windeleimer bis zur Wäsche aufzubewahren.

Solange du Nachts wickelst, lohnt sich die Anschaffung einer dimmbaren Lampe als Nachtlicht. Das erleichtert deinem Baby und auch dir das anschließende Weiterschlafen.

Für etwas Ablenkung sorgen ein schönes Mobile über dem Wickelplatz und ein besonderes Spielzeug für die kleinen Händchen.

Sind Feuchttücher wirklich eine gute Idee?

Feuchttücher gehören zur Grundausstattung der meisten Eltern. Es kam immer mal wieder zu Diskussionen über schädliche Inhaltsstoffe und Probleme, die durch Feuchttücher verursacht werden, diese sind jedoch recht schnell wieder aus dem Fokus geraten.
 
Die meisten Feuchttücher werden aus Polyester oder Viskose hergestellt und enthalten Plastikfasern. Sie sind also nicht so einfach abbaubar und ein Problem für unsere Umwelt. Immer wieder verstopfen Abwasserrohre durch die Entsorgung von Feuchttüchern im WC. In Kläranlagen sorgen verstopfte Pumpen nicht gerade für Begeisterung. Immerhin haben viele Hersteller in den letzten Jahren ihre Produkte verbessert und potentiell krebserregende Konservierungsstoffe durch weniger gefährliche Stoffe ersetzt. Konservierungsstoffe sind jedoch immer notwendig um Schimmel und die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Empfindliche Babyhaut kann schnell gereizt oder sogar mit offenen Entzündungen auf Chemikalien reagieren. Ein roter Po gehört in vielen Familien zum Alltag.
 
Zum Reinigen des Windelbereiches sind keine Feuchttücher nötig.  Den groben Schmutz kannst du zuerst ganz einfach mit etwas weichem Toilettenpapier entfernen. Zum Säubern genügen kleine feuchte Lappen (*Affiliatelink*), gegebenenfalls mit etwas Öl. Wenn du warmes Wasser (z. B. vorbereitet aus einer Thermokanne) benutzt, dann ist das auch noch viel angenehmer für dein Baby als ein Feuchttuch. 
 
Für unterwegs kannst du dir feuchte Waschlappen vorbereiten und diese in kleinen Wetbags oder Feuchttücherboxen (*Affiliatelink*) mitnehmen. Allerdings solltest du feuchte Lappen nach spätestens zwei Tagen waschen um zu verhindern, dass sich Bakterien vermehren.
 
Ganz nebenbei sparst du auch noch jede Menge Geld wenn du auf Feuchttücher verzichtest.
 

Praktische Aufbewahrungslösungen für deinen Wickelplatz

Wahrscheinlich wird auch dein Baby schnell keine Geduld mehr für lange Wickelprozeduren haben. Schneller geht es, wenn du dich bzw. deinen Wickelplatz gut organisierst.

In einer Wickelkommode hast du viel Platz um alles Notwendige unterzubringen. Die Schubladen lassen sich für mehr Übersichtlichkeit beispielsweise mit kleinen Pappkartons unterteilen.

In einem Wickelregal sorgen Kisten und Körbe für Ordnung und Übersichtlichkeit.

Kleine Schüsselchen zum Aufhängen am Rand des Wickeltisches verhelfen dir zu mehr Stauraum.

Beim Wickeln auf dem Boden kannst du alles was du zum Wickeln benötigst in einem kleinen Körbchen sammeln.

Zur Aufbewahrung von Stoffys nutzen viele Eltern Windelschnecken, die an der Wand montiert werden. Schließlich sind sie ja auch viel zu schön zum Wegpacken.

Wetbag oder Windeleimer?

Beim Wickeln mit Stoffwindeln kannst du dich entscheiden, ob du die benutzten Windeln lieber in einem Windeleimer oder in einem großen Wetbag lagern möchtest.

Ein Windeleimer sollte auf keinen Fall luftdicht verschlossen sein. Am Besten ist es, wenn du komplett auf einen Deckel verzichtest. Damit du den Eimer nicht andauernd reinigen musst und die Windeln einfacher in die Waschmaschine geben kannst, gibt es sogenannte “Pail Liner” (*Affiliatelink*). Diese sind aus PUL gefertigt. Bedenke bei der Anzahl immer deinen Waschintervall und die Trockungszeiten.

Einen XXL-Wetbag kannst du nach Belieben am Wickeltisch, an der Tür oder sonst irgendwo aufhängen. Er steht dir also nicht auf dem Boden im Weg herum. Du kannst ihn leichter außer Reichweite deines Minis bringen.

Nutzt du Wegwerfwindeln so verzichte bitte auf Windeleimer mit einem Kassettensystem. Abgesehen davon, dass so unnötiger Plastikmüll verursacht wird, sind die benötigten Nachfüllkassetten sehr teuer.

Wickelplatz reinigen

Gerade beim Wickelplatz ist Hygiene sehr wichtig. Die Wickelunterlage bzw. der Bezug der Wickelauflage sollte bei jeder Beschmutzung gewechselt werden und so immer sauber und trocken sein. Beim Wechseln kannst du Liegefläche, Seitenkanten und Wickelauflage ganz einfach mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel abwaschen.

“Frau Mama”

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