Was du hast will ich auch!
– Ist mein Baby bereit für Beikost? –
Gerade die ersten Lebensmonate unserer Minis stecken voller Meilensteine und riesengroßer Entwicklungsschritte. Die Einführung der Beikost ist eins der großen Themen im ersten Babyjahr. Schließlich kann die Ernährung im Baby- und Kleinkindalter mit allem, was dazu gehört, das ganze weitere Leben unserer kleinen Wunder beeinflussen. Wie mache ich meinem Baby die Umstellung möglichst einfach? Und woran kann ich erkennen, dass mein Baby überhaupt schon bereit für Beikost ist?
Inhalte dieses Artikels
Was bedeutet „Beikost“?
Beikost ist jede Nahrung, die dein Baby neben dem Stillen bzw. dem Fläschchen bekommt.
Dabei sagt die Bezeichnung „Beikost“ schon, dass die Milch auf keinen Fall sofort ersetzt, sondern nur ergänzt werden soll. Im ganzen ersten Lebensjahr versorgt die Milch dein Mini mit allen wichtigen Nährstoffen, Energie und Flüssigkeit.
Ab wann sollte ich meinem Baby Beikost geben?
Oft wird geraten zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat mit Beikost zu beginnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sechs Monate lang ausschließlich und danach bis zu einem Alter von zwei Jahren nach Bedarf zu stillen.
Wie in so vielen Bereichen gibt es auch beim Thema Beikost kein festgeschriebenes Alter. Vielmehr hat jedes Kind seine ganz eigene Geschwindigkeit. Du solltest dein Baby auch nicht mit anderen Kindern vergleichen. Die Milch enthält alle Nährstoffe, die dein Mini im ersten Lebensjahr benötigt, um sich gesund zu entwickeln.
Ob dein kleines Wunder schon bereit für Beikost ist, kannst du an den sogenannten Beikostreifezeichen erkennen:
- Gute Kopfkontrolle
- Aufrechtes Sitzen (gegebenenfalls mit Unterstützung)
- Verschwinden des Zungenstoßreflexes (Herausschieben von Nahrung, Löffel usw. mit der Zunge)
- Interesse an Nahrungsmitteln
- Selbstständiges zum Mund führen von Nahrung
- Sättigung/Ablehnung kann deutlich gezeigt werden
Erst wenn alle diese Punkte gegeben sind, ist dein Baby bereit für den Beikoststart.
Wie gewöhne ich mein Baby entspannt an Beikost?
Selbst wenn dein Mini grundsätzlich bereit für Beikost ist, hat der richtige Zeitpunkt einen großen Einfluss darauf, wie der Start verläuft. Ist dein kleines Wunder am Mittag ausgeschlafen, gut gelaunt und nicht zu hungrig, wird es am Ehesten bereit für etwas Neues sein. Auch du solltest Zeit, Ruhe und Geduld mitbringen und nicht gerade komplett übermüdet oder gestresst sein, denn dein Baby spürt, ob du entspannt bist.
Erwarte bitte nicht, dass dein Mini direkt eine ganze Portion isst. Für den Anfang reicht es vollkommen aus, wenn dein Baby eine winzig kleine Menge probiert. Viel wichtiger als die Menge, die dein Baby isst, ist dass es neue Geschmäcker und verschiedene Konsistenzen probiert, spürt wie sich das Essen im Mund anfühlt und langsam lernt zu kauen, Essen im Mund zu bewegen und zu schlucken. Das Stillen bzw. Fläschchen geben bleibt im ganzen ersten Jahr wichtig. Hat dein kleines Wunder keine Lust mehr zu essen, darf es sich satt trinken.
Du solltest unbedingt immer auf die richtige Temperatur der Nahrung achten. Unsere Minis sind wesentlich empfindlicher als wir selbst und gerade zu Beginn kann eine unangenehme Erfahrung dazu führen, dass die Beikost vorerst wieder komplett abgelehnt wird.
Wenn dein kleines Wunder plötzlich nur noch weniger oder Bestimmtes essen möchte, ist das erst einmal nichts Außergewöhnliches. Auch wenn es sich vielleicht anfühlt wie ein Rückschritt brauchst du dir keine Sorgen machen. Dein Mini hat sein ganz eigenes Tempo und das ist vollkommen in Ordnung und auf keinen Fall ein Grund für Druck oder Zwang.
Brei oder Fingerfood – Was ist besser für mein Baby?
Ob die erste Nahrung püriert wird oder nicht muss am Ende doch jede Familie für sich selbst entscheiden, denn beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass es sich für euch alle richtig anfühlt und dein Baby ganz entspannt essen lernen darf.
Was sind die Vor- und Nachteile von Babybrei?
Der Vorteil einer Breimahlzeit ist, dass dein Baby hier keine einzelnen Lebensmittel herauspicken kann. Außerdem macht die weiche Konsistenz manchen Babys die Umstellung einfacher.
Gleichzeitig ist die Gefahr des Überfütterns größer, denn viele Babys öffnen schon fast aus Reflex und obwohl sie schon längst satt sind immer wieder den Mund. Du solltest dein Mini daher ganz genau beobachten um Sättigungszeichen zu erkennen. Warte außerdem immer, bis dein kleines Wunder den Mund von selbst weit genug öffnet und lasse genügend Zeit um ausgiebig zu schmecken, zu fühlen und herunterzuschlucken, bevor du einen weiteren Löffel anbietest. Wird dein Mini unruhig, dreht den Kopf weg, hält den Mund geschlossen oder schiebt den Löffel weg, solltest du eine Pause einlegen oder die Mahlzeit ganz beenden.
Lasse dein Mini immer wieder selbst mit dem Löffel üben und eigene Erfahrungen machen. Nur so kann es Schritt für Schritt lernen selbstständig zu essen.
Kann ich Babybrei selbst zubereiten?
Babybrei selbst zu kochen klingt vielleicht erst einmal nach jeder Menge Aufwand, aber ich kann dir aus eigener dreifacher Erfahrung sagen, dass es nun wirklich kein Hexenwerk ist.
Der wohl größte Vorteil ist, dass du genau weißt, was im Essen deines kleinen Wunders landet. Gleichzeitig sparst du hierdurch in der Regel und vermeidest eine ganze Menge Verpackungsmüll.
Es gibt viele einfache Rezepte für Babybrei. Häufig wird empfohlen, mit einem Gemüse-Kartoffel-Brei (gegebenenfalls mit Fleisch oder Fisch) zu starten. Später folgen dann ein Milch-Getreide-Brei und zu guter Letzt ein Getreide-Obst-Brei. Gemüsesorten die sich besonders gut für den Beginn eignen sind: Karotte, Pastinake, Kürbis und Zucchini. Möchtest du deinem Mini Fleisch anbieten, solltest du am Besten mit leicht verdaulichem Hühnerfleisch beginnen. Da Babys es gerne süß mögen, kommt Obst in der Regel gut an. Die natürliche Süße reicht vollkommen aus und du solltest nicht nachsüßen.
Achte beim Einkaufen ganz genau auf die Qualität, Herkunft und eine Bio-Zertifizierung der verwendeten Zutaten.
Da dein Baby Anfangs wahrscheinlich nur sehr wenig essen wird, kannst du den gekochten Brei in kleine Portionen aufteilen und einfrieren. Besonders gut eignen sich hierfür Eiswürfelformen. So hast du auch wenn es an stressigen Tagen einmal schnell gehen muss immer etwas parat.
Worauf sollte ich beim Einkauf von Babybreigläschen achten?
Achte bei Gläschennahrung zunächst immer auf die Altersangabe, denn Brei für ältere Kinder enthält bereits immer größere Stückchen. Die Zutatenliste sollte möglichst kurz sein und natürliche Zutaten mit Bio-Zertifizierung und keine Gewürze, Aromen, Zucker oder Süßungsmittel enthalten.
Verlasse dich nicht nur auf das Haltbarkeitsdatum, denn wenn ein Gläschen falsch gelagert oder beschädigt wurde, kann der Inhalt auch schon vor dem aufgedruckten Datum verderben. Der Deckel sollte sich nicht nach außen wölben und beim Öffnen sollte das typische „Ploppen“ zu hören sein. Kontrolliere außerdem vor dem Füttern Geschmack, Geruch, Farbe und Konsistenz. Bist du dir unsicher, solltest du kein Risiko eingehen und das Gläschen lieber entsorgen.
Was bedeutet Baby Led Weaning?
Beim Baby Led Weaning (auch „Breifrei“ oder „BLW“ genannt) machst du deinem Baby ein gesundes und ausgewogenes Angebot an fester Nahrung. Dein Mini entscheidet dann selbst, was davon im Bauch landet.
Besonders wichtig ist bei der breifreien Ernährung das selbstständige, langsame und gründliche Erkunden der Nahrungsmittel bei dem die Kinder viel über ihr natürliches Sättigungsgefühl lernen. Das Kauen ist gleichzeitig ein gutes Training für die Kiefermuskulatur, was sich positiv auf die Sprachentwicklung auswirken kann.
Ein großer Vorteil für dich ist, dass du dir den Kaufteurer Gläschennahrung oder das separate Kochen eines Breis und später die Umgewöhnung von Brei hin zu fester Nahrung sparst. Außerdem kannst du gleichzeitig selbst in Ruhe essen anstatt dein Mini zu füttern.
Ein Nachteil von Baby Led Weaning ist, dass dabei mehr Spuren hinterlassen werden. Gerade am Anfang wird unter Umständen mehr Essen auf dem Boden als im Babybauch landen. Du kannst deinem Baby hier auch nicht – wie im Babybrei – etwas unterjubeln, was es nicht mag. Solange du dein Baby allerdings parallel stillst bzw. Fläschchen gibst, bekommt es über die Milch ohnehin alle Nährstoffe die es benötigt und du brauchst dir hier keine Sorgen zu machen.
Ist Fingerfood bzw. BLW für Babys nicht gefährlich?
Früher oder später muss dein kleines Wunder lernen Nahrung im Mund zu bewegen, zu kauen und sicher zu schlucken. Gerade zu Beginn würgen viele Babys dabei häufiger. Der Würgereflex ist ein wichtiger Schutzmechanismus durch den zu große Stücke wieder zurück in den Mund befördert werden bevor sich dein Mini daran verschluckt.
Trotzdem solltest du dein kleines Wunder allerdings niemals alleine essen lassen, sondern es immer im Blick behalten. Sollte es sich doch einmal verschlucken, kannst du schnell reagieren. Auch wenn dein Mini aufrecht sitzt ist das Risiko des Verschluckens geringer als wenn es – z. B. in einer Babyschale oder im Kinderwagen – halb liegt. Kleine runde Lebensmittel (z. B. Trauben) kannst du in Stücke schneiden.
Kann ich Brei und BLW kombinieren?
Du kannst dich nicht entscheiden? Musst du auch gar nicht! Wenn dein Baby Brei bekommt kannst du ihm natürlich trotzdem Gemüsesticks, Obst & Co. anbieten und so die Vorteile beider Methoden nutzen. Essen darf individuell und entspannt sein.
Was darf mein Baby essen?
Während es früher genaue Pläne für den Beikoststart gab, wird heute eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung empfohlen um durch die frühe Einführung verschiedener Lebensmittel das Allergierisiko zu mindern. Grundsätzlich darf dein Baby also alles ausprobieren.
Das heißt aber nicht, dass du alles auf einmal einführen solltest. Gib deinem Baby besser etwas Zeit sich an jedes neue Nahrungsmittel zu gewöhnen, bevor das nächste dazu kommt. So lassen sich auch eventuelle Allergien oder Unverträglichkeiten schneller entdecken. Achte besonders auf Hautausschläge oder Pickelchen, einen wunden Po, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen und Unruhe nach dem Essen.
Was darf ein Baby nicht essen?
Es gibt jedoch einige Nahrungsmittel, die ein Gesundheitsrisiko für Babys darstellen und daher im ersten Lebensjahr vermieden werden sollten:
- Salz
- Honig
- Rohmilch und Rohmilchprodukte
- Produkte aus rohem Fleisch (z. B. Salami)
- Industriezucker und Süßstoffe
- Milch (außer kleine Mengen im Milchbrei)
- rohe Eier
- roher Fisch
- frittierte Speisen
- kaltgepresste Öle
- künstliche Aromen und Geschmacksverstärker
- Koffein (Kaffee / Tee)
Des Weiteren besteht z. B. bei Nüssen, Beeren, Kirschen, Trauben oder harten Apfelstücken eine große Gefahr des Verschluckens. Du kannst diese allerdings pürieren oder zumindest altersgerecht zerteilen.
Kohl, Bohnen oder Linsen gelten als eher schwer verdaulich. Auch Rohkost kann dem kleinen Magen Probleme bereiten. Das bedeutet nicht, dass diese Lebensmittel für dein Mini grundsätzlich tabu sind. Du kannst sie in kleinen Mengen anbieten und dann genau beobachten, wie dein kleines Wunder dies verträgt.
Was eignet sich als Fingerfood für mein Baby?
Du musst für dein Baby nicht extra einkaufen und aufwendig kochen. Hier sind einige Ideen für erstes Fingerfood:
- weiche Vollkornbrotstücke
- Nudeln
- hart gekochte Eier
- Fisch ohne Gräten
- Hühnchen- / Putenstreifen
- Avocado in Streifen
- Gedünstetes Gemüse (z. B. Karotten, Zucchini, Kürbis, Brokkoli, Blumenkohl)
- Weiches Obst (z. B. Banane, Mango, Pfirsich, Melone)
Alle Lebensmittel, die du deinem kleinen Wunder anbietest, sollten so weich sein, dass sie mit der Zunge am Gaumen zerdrückt werden können. Übrigens schmeckt gedünstetes Gemüse den meisten Babys auch kalt aus einer Dose (*). Du kannst also einfach ein paar Obst- und Gemüsesticks als unkomplizierten Snack einpacken und musst dir keine Sorgen machen, wenn ihr mal einen längeren Ausflug macht.
Kann ich mein Baby vegetarisch oder vegan ernähren?
Eine vegetarische Ernährung von Babys ist grundsätzlich möglich. Es reicht jedoch nicht einfach Fleisch und Fisch wegzulassen, sondern du solltest dich gut informieren und darauf achten, dass dein Baby mit allen Nährstoffen versorgt ist, die es benötigt.
Von einer rein veganen Ernährung von Babys und Kleinkindern rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hingegen ab, da das Risiko eines Nährstoffmangels bei Kindern zu hoch ist. Möchtest du dein Mini trotzdem vegan ernähren, solltest du dich unbedingt ärztlich beraten und die Versorgung deines Minis regelmäßig überprüfen lassen.
Wie lernt mein Baby von Anfang an bedarfsgerecht zu essen?
Wir alle wünschen uns, dass aus unseren Kinder gesunde und selbstständige Erwachsenen werden, die auf ihren Körper achten und ihren Gefühlen vertrauen. Dazu gehört auch ein gesundes und entspanntes Verhältnis zum Essen.
Babys können erstaunlich gut spüren ob sie Hunger haben oder satt sind. Während sich das Stillen nach Bedarf inzwischen allgemein durchgesetzt hat, wird Kindern mit dem Beikoststart oft plötzlich das Recht abgesprochen selbst zu entscheiden ob und wie viel sie essen möchten. Wenn wir die Signale unserer Minis beachten und respektieren geben wir ihnen den Raum sich gesund zu entwickeln. Mit Druck oder gar Zwang, Bestrafungen, Schuldgefühlen, Erpressungen mit einem Nachtisch oder Tricks wie Flugzeuglöffeln bewirken wir genau das Gegenteil. Selbst wenn das meist aus Liebe oder Sorge geschieht, können Kinder dadurch den Bezug zu ihrem natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühl verlieren, was im schlimmsten Fall der erste Grundstein für eine spätere Essstörung sein kann.
Damit dein kleines Wunder lernt achtsam zu essen ist es wichtig, dass du geduldig bist und dir ausreichend Zeit nimmst. Da die Verdauung im Mund beginnt ist es gut, wenn dein Baby von Anfang möglichst lange kaut. Damit es sich voll und ganz auf die vielen neuen Erfahrungen konzentrieren kann solltest du Ablenkungen (z. B. Fernseher oder Handy) vermeiden. Jedes Kind bringt sein eigenes Tempo, seine eigenen Vorlieben und seinen eigenen Appetit mit, so dass Vergleiche mit anderen Kindern nicht angebracht sind.
Woran merke ich, dass mein Baby satt ist?
Die meisten Babys zeigen sehr deutlich, wenn sie keinen Hunger mehr haben.
Wenn dein Mini z. B.
- aufhört zu essen
- den Mund nicht mehr aufmacht
- weint und versucht aufzustehen
- deine Hand und / oder den Teller wegschiebt
- nach dem Besteck schlägt
- sich wegdreht
sind das typische Zeichen dafür, dass dein kleines Wunder satt ist. Du solltest die Mahlzeit beenden, egal wie viel es gegessen hat. Der Appetit kann von Tag zu Tag und sogar von Mahlzeit zu Mahlzeit ganz unterschiedlich sein. Versuche dein Mini nicht zum Weiteressen zu überreden und vertraue darauf, dass dein Baby selbst am besten weiß, wie viel gerade in den Bauch passt.
Mein Kind möchte nichts probieren, was es nicht kennt!
Es ist ganz typisch für Babys und Kleinkinder unbekannte Nahrungsmittel abzulehnen. Biologisch betrachtet ist es sogar sehr sinnvoll, zunächst einmal skeptisch zu sein und nicht unbedacht alles zu essen.
Ist dein kleines Wunder besonders wählerisch und isst generell nur sehr wenige Nahrungsmittel wird das häufig als „Picky Eating“ bezeichnet. Auch wenn es für dich vielleicht gerade frustrierend ist, handelt es sich in der Regel nicht um ein ernsthaftes Problem, sondern eher um eine normale Entwicklungsphase die ihr irgendwann hinter euch lassen werdet.
Auch wenn du dein Mini nicht unter Druck setzen solltest, kannst du ihm trotzdem immer wieder neue Nahrungsmittel anbieten und natürlich auch selbst essen. Du bist das größte Vorbild deines kleinen Wunders und es beobachtet dich permanent ganz genau. Irgendwann wird es neugierig werden, deinem Vorbild folgen und es selbst probieren.
Nicht immer ist es aber auch das Lebensmittel an sich, das deinem Mini nicht zusagt. Es können genauso die Kombinationen oder Konsistenzen sein, die deinem kleinen Wunder nicht gefallen. Wenn du diese veränderst (z. B. gekochte Kartoffeln, Kartoffelbrei, Kartoffelecken oder Kartoffelsuppe), wird es vielleicht akzeptiert.
Während manche Kinder Gewürzen überhaupt nichts abgewinnen können, essen andere Kinder nur ungerne ungewürztes Essen. Natürlich sollte dein kleines Wunder noch keine gesalzenes oder gezuckertes Essen bekommen. Es gibt aber unglaublich viele Kräuter, die du einmal ausprobieren kannst.
Warum will mein Kleinkind einfach gar nichts essen?
Es wird immer wieder Phasen geben in denen sich die Essgewohnheiten deines Minis grundlegend ändern. Entweder werden plötzlich unglaubliche Mengen vertilgt oder eben so gut wie gar nichts mehr gegessen. Für das Lieblingsessen von gestern erhältst du heute nur noch ein lautstarkes „Bäh“ und bisher Verhasstes wird vielleicht zur einzigen Nahrung. Willkommen im Mama-Alltag, der einen so manches Mal verzweifeln lassen könnte.
Auch wenn wir uns Sorgen um das Wohlergehen unserer Minis machen ist es wichtig, dass wir ruhig bleiben und unseren Kindern vertrauen. In der Regel handelt es sich wirklich nur um eine Phase, mit der die meisten Eltern früher oder später Bekanntschaft machen. Die Geschmacksknospen entwickeln sich gerade erst und so kann morgen schon wieder alles ganz anders aussehen.
Der Bedarf an Nährstoffen kann gerade bei kleinen Kindern extrem schwanken. Unsere Kinder wissen instinktiv was sie gerade benötigen und nehmen zeitweise mehr Kohlenhydrate, Eiweiß oder Proteine zu sich.
Wenn dein Baby krank wird, zahnt, in einem Wachstums- bzw. Entwicklungsschub steckt, die Temperaturen im Sommer steigen oder größere Veränderungen zu bewältigen hat, hat es vielleicht vorübergehend weniger bis keinen Appetit. Bei einem gesunden Kind ist das kein Grund zur Sorge und wird von selbst wieder vorbei gehen. Du solltest also entspannt bleiben und dein Mini nicht versuchen zum Essen zu zwingen.
Wenn du aber das Gefühl hast, dass dein Mini über einen längeren Zeitraum hinweg kaum etwas isst, kann es helfen ein Ernährungstagebuch zu führen. Vielleicht gibt es doch mehr Zwischenmahlzeiten als gedacht oder das schlechte Essen betrifft eigentlich nur eine Hauptmahlzeit?
Natürlich sollte immer ein Kinderarzt aufgesucht werden, wenn ein Kind tatsächlich über längere Zeit kaum isst, deutlich an Gewicht verliert, unter Über- oder Untergewicht leidet oder Entwicklungsverzögerungen auffallen. Das Gleiche gilt bei häufigem Würgen oder Erbrechen.
Was kann ich tun, damit mein Kind besser isst?
Sobald dein Mini alt genug ist, kannst du es mit in die Vorbereitung des Essens einbeziehen. Schon bei der Planung kann sich dein Kind einbringen. Es fühlt sich als wichtiger Teil der Familie, wenn du zuhörst und es sich das Lieblingsgericht wünschen darf. Vielleicht könnt ihr zusammen überlegen, welche Zutaten benötigt werden und was auf die Einkaufsliste geschrieben werden muss? Wenn ihr zusammen kocht wird aus einem Punkt auf deiner To-Do-Liste ein gemeinsames Erlebnis. Kaum konnten unsere Minis stehen, waren sie schon mit Feuereifer dabei wenn es ans Waschen von Obst und Gemüse ging. Inzwischen wird fleißig geschüttet, gerührt, geschält oder geschnitten. Dabei verschwindet selbst das sonst so eklige Gemüse schmatzend im Mund. Hat dein Kind bei der Zubereitung geholfen oder selbst den Tisch gedeckt wird es vielleicht auch eher gewillt sein etwas zu essen.
Auch die Tischsituation noch einmal zu überdenken kann helfen. Ist dein Baby zur Essenszeit bereits übermüdet oder noch nicht wieder hungrig? Zu strenge Tischregeln können dazu führen, dass das Essen verweigert wird. Magst du selbst das was dein Baby essen soll nicht? Unsere Kinder haben ein feines Gespür für kleinste Signale und können verwirrt auf Widersprüche reagieren.
Ab wann sollten Babys zusätzlich Trinken?
Während ein Baby voll oder zumindest größtenteils gestillt wird, ist zusätzliches Trinken nicht notwendig. Im Gegenteil kann das sogar gefährlich werden.
Sobald jedoch der Anteil der Beikost den der Milchnahrung übersteigt, solltest du deinem Baby Wasser oder ungesüßten Früchte- und Kräutertee ohne Zusatzstoffe zum Trinken anbieten. Praktisch sind nicht nur für zuhause, sondern auch für unterwegs langlebige Trinkflaschen mit auswechselbaren Aufsätzen (*).
Braucht mein Baby spezielles Wasser?
Grundsätzlich kann dein Baby in Deutschland genauso wie du selbst Leitungswasser trinken. Teures Babywasser zu kaufen ist nicht notwendig. Allerdings können sowohl alte Bleileitungen als auch neue Kupferrohre den Metallanteil im Wasser erhöhen. Durch eine Wasseranalyse kann schnell geklärt werden, ob das bei euch der Fall ist. Wenn ein Baby im Haushalt lebt ist die Untersuchung in manchen Regionen sogar kostenlos.
Wie viel sollte ein Baby oder Kleinkind trinken?
Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es folgende Empfehlung zur täglichen Trinkmenge von Kindern:
- bis 1 Jahr: 400 ml
- 1 – 4 Jahre: 820 ml
- 4 – 7 Jahre: 940 ml
- 7 – 10 Jahre: 970 ml
- 10 – 13 Jahre: 1170 ml
- 13 – 15 Jahre: 1330 ml
Zu viel und / oder zu schnelles Trinken können zu einer Wasservergiftung führen. Dabei bringt der Flüssigkeitsüberschuss den Mineralhaushalt durcheinander. Da die Nieren noch nicht komplett ausgereift sind, schaffen sie es nicht ihn wieder zu regulieren und das überschüssige Wasser schnell auszuscheiden. Es sammelt sich in den verschiedenen Zellen des Körpers. Das gilt auch für die Gehirnzellen, was lebensgefährliche Hirnödeme verursachen kann. Wird eine Wasservergiftung schnell genug bemerkt, werden sofort Elektrolyte gegeben. Dadurch können dauerhafte Schäden in der Regel vermieden werden.
Wie kann ich mein Kind dazu bringen mehr zu trinken?
Wenn dein Mini tatsächlich zu wenig trinkt, helfen dir vielleicht diese Tipps:
- verschiedene Gläser oder Becher
- selbst ausgesuchte Trinkflaschen
- Tee oder Saftschorle
- Eiswürfel im Glas
- selbst gemachtes Wassereis
- Obst und Gemüse mit viel Flüssigkeit (z. B. Melone oder Gurke)
- Beeren oder eine Zitronen-/Limettenscheibe im Glas
Noch viel wichtiger ist es aber, dass du selbst ein gutes Vorbild bist. Wirf also gerne einmal einen Blick auf dein eigenes Trinkverhalten.
Wie soll sich mein Kind am Esstisch benehmen?
Zu einer gesunden Ernährung gehört mehr als nur die Nahrung allein. Von Anfang an hat die Atmosphäre beim Essen einen großen Einfluss auf das Essverhalten.
Kinder lernen vor allem durch Beobachten und Nachahmen. Deshalb ist es gut sie von Beginn an mit in die Mahlzeiten einzubeziehen. Dabei sollten wir uns bewusst fragen, welches Vorbild wir für unsere Minis sind. Isst du immer ruhig oder eher hektisch? Nimmst du dir die Zeit dein Essen am Tisch zu genießen oder isst du nur schnell nebenbei? Auch eine Ablenkung durch Bücher, Zeitschriften, Handy oder Fernseher hat wenig mit achtsamem Essen zu tun.
Ist es wichtig, dass mein Kind im Sitzen isst?
Um die Gefahr des Verschluckens zu minimieren, aber auch damit dein Mini von Anfang lernt achtsam zu essen, sollte jede Mahlzeit aufrecht sitzend eingenommen werden. Je kleiner die Kinder sind umso leichter verschlucken sie sich und dabei ist es egal, ob es sich um Brei oder Fingerfood handelt.
Deshalb solltest du dein Mini auch niemals alleine essen lassen. So kannst du gut auf dein Baby achten und gegebenenfalls schnell reagieren.
Ab wann darf mein Baby im Hochstuhl sitzen?
Auch wenn dein kleines Wunder gerne in einem Babyaufsatz für den Hochstuhl liegen darf, ist diese halbliegende Position zum Essen völlig ungeeignet. Das Gleiche gilt für Wippen, Babyschalen & Co.
Zum Beikoststart ist dein Baby wahrscheinlich noch zu klein für den Hochstuhl, so dass es beim Essen ruhig erst einmal auf dem Schoß sitzen kann.
Sobald sich dein Mini jedoch vollkommen selbstständig hinsetzen und stabil frei sitzen bleiben kann, kann es dann in den Hochstuhl umziehen. Das ist bei den meisten Babys zwischen dem 8 und 10 Lebensmonat der Fall.
Selbst wenn sich dein kleines Wunder im Hochstuhl wohl fühlt, solltest du es zu lange hierin sitzen lassen. Die gesamte Muskulatur ist noch nicht komplett ausgebildet und nach spätestens 20 Minuten sollte sich dein Mini bewegen um diese wieder zu entlasten.
Braucht mein Baby schon Besteck?
Du kannst deinem Mini von Anfang an Besteck anbieten, solltest jedoch nicht erwarten, dass dieses (korrekt) genutzt wird.
Die motorischen Fähigkeiten hierzu müssen sich erst entwickeln. Bevor die Handgelenksknochen mit ca. 1,5 Jahren beginnen auszuhärten fällt es deinem Kind schwer das Handgelenk so einzuknicken, dass der Löffel zum Mund geführt werden kann. Deshalb wird dieser bei den ersten Essversuchen von vielen Kindern kurz vor dem Mund umgedreht.
Mit Besteck in Kindergröße machst du es nicht nur den kleinen Händchen leichter sondern dein Baby nimmt auch automatisch kleinere Mengen in den Mund. Im Vergleich zu Metallbesteck schützt weiches Material (*) die Zähne während der ersten und häufig noch ungeschickten Essversuche.
Für dein Baby ist Essen eine komplett neue Erfahrung. Es möchte neugierig Konsistenz, Geruch und Geschmack befühlen und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Diese Möglichkeit sollten wir unseren Minis geben und die Angst vor fehlenden Tischmanieren im Erwachsenenalter ablegen. Hat dein Mini Spaß am Essen, wird es wahrscheinlich eine positivere Beziehung zum Essen entwickeln können.
Was mache ich, wenn mein Baby den Teller ständig herunter wirft?
Egal ob feste Nahrung oder Brei – wenn du deinem Mini das eigenständige Essen ermöglichen möchtest, wird der Teller früher oder später wahrscheinlich auf dem Boden landen. Leider habe ich erst bei unser kleinsten Mini-Maus buntes Geschirr aus Silikon (*) entdeckt, das am Tisch haftet und damit das Essen sowohl für unsere Mini-Maus als auch für mich viel stressfreier gemacht hat. Selbst wenn es inzwischen unnötig geworden ist wird es noch heute aufgrund der schönen Farben geliebt.
Warum wirft mein Baby ständig Essen auf den Boden?
Darf dein Mini selbst essen ist es normal, dass zu Anfang mehr Essen auf dem Tisch oder dem Boden, in den Haaren oder auf der Kleidung landet als im Babybauch. Stecke daher die Erwartungen an dein Mini nicht zu hoch und lasse dir auch nicht einreden, dass es an deiner mangelnden Erziehung liegt.
Die nötigen motorischen Fähigkeiten zu entwickeln und braucht jede Menge Geduld und Übung.
Außerdem haben Babys auch ganz einfach Spaß daran Dinge fallen zu lassen um zu sehen was geschieht.
Nicht zuletzt kann Langeweile aufkommen sobald dein kleines Wunder satt ist. Dann wird das Herabwerfen zu einem lustigen Spiel. Gesteigerte Aufmerksamkeit – auch wenn es in Form von schimpfen ist – wird das Verhalten nur verstärken.
Also kannst du so gar nichts tun? Doch!
- Zunächst einmal solltest du üben ruhig und gelassen zu bleiben.
- Schütze den Boden gegebenenfalls mit einer Bürostuhlunterlage oder einer abwischbaren Tischdecke.
- Du kannst deinem Mini auch einen extra Teller hinstellen und erklären, dass es hier die Dinge darauf legen kann, die es nicht mag.
- Lege weniger auf den Teller, um dein Kind nicht mit der Auswahl zu überfordern.
- Achte genau auf die Sättigungssignale und beende das Essen gegebenenfalls.
Schmeckt Kindern etwas nicht oder war ein Bissen zu groß werden sie diesen sofort wieder aus dem Mund befördern. Tatsächlich ist es unglaublich wichtig, dass ein Baby lernt wie es Dinge wieder aus dem Mund heraus bekommt. Schmeckt etwas eklig, könnte es auch giftig sein. Deshalb sollten wir nicht mit unseren Minis schimpfen wenn etwas ausgespuckt wird. Mit viel Geduld können wir ihnen wenn sie etwas älter werden jedoch beibringen dafür beispielsweise eine Serviette zu nutzen.
Worauf muss ich als Stoffwindelmama bei der Beikosteinführung beachten?
Mit Einführung der Beikost verändert sich die Konsistenz des Stuhlgangs. Die Zeit in der du die Stoffwindeln nach dem Benutzen einfach so wie sie waren in die Waschmaschine werfen konntest sind nun vorbei. Du musst nun unbedingt vor dem Waschen das große Geschäft aus den Stoffwindeln entfernen.
Was hilft bei Flecken auf der Kleidung?
Ich wünsche euch einen entspannten Beikoststart!
