Warum Stoffys einfach besser für die Gesundheit sind

„Ich werde Stoffwindeln benutzen!“ – ich sah förmlich sämtliche Vorurteile im Kopfkino unserer Familie ablaufen. Entgeistert waren sich alle einig, dass ich nun komplett verrückt geworden sein müsste. Damals wollte ich mit Stoff wickeln um weniger Müll zu verursachen und ganz einfach weil ich es schöner fand. Heute bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Allerdings habe ich mich inzwischen so viel und intensiv mit dem Thema beschäftigt, dass ich noch viel mehr Gründe für Stoffwindeln habe. In dieser Artikelreihe möchte ich dir daher zeigen, warum du dich für Stoffys entscheiden solltest:

1. Für die Gesundheit deines Babys

Inzwischen ist es für viele junge Eltern leider Alltag mit einem wunden Babypo zu kämpfen. Es wird gecremt und gepudert und trotzdem quälen sich so viele Babys regelmäßig nicht nur mit einem roten Po sondern oftmals sogar mit offenen und nässenden Wunden. Warum ist das so?

Ein Mythos, der sich leider hartnäckig hält, ist dass Nässe und Urin für einen wunden Babypo verantwortlich seien. Entspräche dies der Wahrheit, so wären folglich Wegwerfwindel-Kinder niemals wund, oder? Schließlich wird hier jegliche Flüssigkeit in Rekordzeit aufgesaugt und der Urin wird „sicher“ verschlossen. Frischer Urin ist zunächst einmal steril und wirkt pflegend sowie desinfizierend. Deshalb wurde er auch in Kriegszeiten zur Wunddesinfektion eingesetzt. Vielleicht schaust du einmal auf deine Cremeverpackungen. In vielen Produkten wirst du aus genau diesen Gründen den Inhaltsstoff „Urea“ finden.

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Die Wickelintervalle werden immer länger. Schließlich können moderne Wegwerfwindeln ja auch eine erhebliche Menge an Flüssigkeit aufnehmen und namhafte Windelhersteller werben mit unglaublichen Slogans. Doch wie ist das möglich?

Alles in allem ist so eine Wegwerfwindel schon ein kleines Wunderwerk. Sie besteht in der Regel aus fünf Schichten:

1. Die oberste Schicht der Windel, die direkt an der Haut deines Babys anliegt wird als Topsheet bezeichnet. Die Lotion mit der die oberste Schicht vieler Windeln versehen ist um die Haut zu pflegen und zu schützen, enthält Mineralöle. Diese verschließen die Poren, so dass die natürliche Selbstreinigung der Haut verhindert wird. Außerdem kann die Lotion allergische Reaktionen auslösen.

2. Das Aufnahmevlies aus Polypropylen leitet die Flüssigkeit schnell an die nächste Schicht weiter, so dass das Baby trocken bleibt.

3. Das darunter liegende und ebenfalls aus Polypropylen bestehende Verteilervlies hat – wie bereits der Name vermuten lässt – die Funktion die Flüssigkeit auf die gesamte Windelfläche zu verteilen, obwohl das Baby immer nur auf die gleiche Stelle pieselt.

4. Nun folgt die Auflösung der Frage nach der Saugfähigkeit: der zwischen Zellstoffflocken befindliche Superabsorber. Was ist das denn? Ein nicht wirklich intelligentes Brandschutzmittel, das nicht differenziert sondern durch das Aufsaugen jeglicher Flüssigkeit die empfindliche Babyhaut und die Schleimhäute austrocknet. Im trockenen Zustand erinnert der Superabsorber an kleine Salzkristalle. Kommt er mit Flüssigkeit in Verbindung entsteht eine wackelpuddingartige Konsistenz.

5. Den Abschluss der Windel bildet die Außenfolie aus Polyethylen.

Das klingt schon alles nach ziemlich viel Chemie, oder? Ob das auf die Haut eines Babys gehört? Und dann auch noch über Jahre hinweg für 24 Stunden am Tag und an der intimsten Stelle? Während wir neu gekaufte Kleidung mindestens einmal waschen um schädliche Rückstände auszuspülen, werden Wegwerfwindeln selbstverständlich ungewaschen verwendet. Durch Feuchtigkeit wird sogar noch die Freisetzung dieser zahllosen chemischen Stoffe gefördert. 

Ein weiterer Punkt in dem Stoffys klar im Vorteil sind, ist die Atmungsaktivität. Die Hersteller von Wegwerfwindeln, haben diese zwar zugegebenermaßen in den letzten Jahren verbessert, jedoch gelangen sie nicht an die Atmungsaktivität von Stoffwindeln heran.

Weiterhin haben Forschungen ergeben, dass die Temperatur im Intimbereich durch Wegwerfwindeln um ca. 2°C erhöht wird. Warum das bedenklich sein kann? Zunächst einmal ist es sicher nicht förderlich z. B. wenn dein Baby fiebrig ist, die Körpertemperatur noch weiter zu erhöhen. Zum anderen vermehren sich Bakterien in einer wärmeren Umgebung deutlich schneller. Darüber hinaus stehen Wegwerfwindeln im Verdacht, die Spermatogese durch die erhöhte Temperatur zu beeinträchtigen. Woher kommt diese Theorie? Die Hoden unserer Babys entwickeln sich zunächst im Bauchraum und steigen dann hinab, da es außerhalb des Bauchraumes kühler ist. Dies ist eine Voraussetzung für die volle Fortpflanzungsfähigkeit bzw. deren Entwicklung. Nun wirkt die Wegwerfwindel durch die Erhöhung der Temperatur genau diesem natürlichen Prozess entgegen.

Eine gesunde Hüftentwicklung kann durch breites Wickeln unterstützt werden. Erinnert die Körperhaltung des Babys ein wenig an einen Frosch (seitlich nach oben gezogene Knie), kann sich die unreife Hüfte besser ausbilden. Genau dies wird durch das breite Wickeln mit Stoffwindeln gefördert.

Zu guter Letzt wäre nun noch das fehlende Nässefeedback bei Verwendung von Wegwerfwindeln zu erwähnen. Nachdem ein Baby über Jahre hinweg niemals eine Antwort auf sein “in die Hose machen” erhalten hat, muss die Verknüpfung Pipi = nass später mühsam erlernt werden. Auch die eigene Motivation die Toilette zu benutzen ist selbstverständlich geringer, wenn es sich immer schön weich und trocken anfühlt. Das heißt ein Stoffy-Kind wird früher trocken? Jein. Das Thema ist wohl etwas zu umfangreich um es hier mit zu behandeln. Vielleicht mache ich daraus einmal einen gesonderten Artikel…

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