Kinderleicht – Einfache Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Können wir unseren Kindern eigentlich ein größeres Geschenk machen, als unsere Welt für sie zu erhalten? Das mag vielleicht wie eine unerreichbare Mammutaufgabe klingen, doch “Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern” (Afrikanisches Sprichwort). Diese kleinen Dinge sind nicht nur einfach sondern machen unser Leben oft sogar noch schöner, bunter und günstiger. Es geht nicht darum perfekt zu sein sondern einfach einmal anzufangen. In diesem Sinne: Let´s start!
 

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

“Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung,
bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung
der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme
(vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.”
– Wikipedia – 

Wenn wir nachhaltig handeln gehen wir bewusst schonend mit Ressourcen um und verbrauchen nicht mehr als unserer Generation zur Verfügung steht. Außerdem bedeutet Nachhaltigkeit unsere Erde nicht nur für uns sondern auch für unsere Kinder, Enkel und Urenkel zu bewahren indem wir ihr so wenig Schaden wie möglich zufügen.

So viel zur Theorie. Aber wie können wir das nun in die Praxis umsetzen?

Mehr Nachhaltigkeit für dein Zuhause

Energie- und Wasserverbrauch reduzieren

Unser Energie- und Wasserverbrauch sind Bereiche, in denen wir alle einen großen Unterschied machen können. Gerade bei stetig steigenden Energiekosten tun wir damit nicht nur der Umwelt sondern auch unserem Geldbeutel einen riesigen Gefallen. Ganz viele Möglichkeiten wie du einfach und schnell deinen Energie- und Wasserverbrauch senken kannst findest du in meinem Blogartikel “Sparen als Familie – Für mehr Monat am Ende des Geldes”.

Bei allen Einsparungen werden es wohl die Wenigsten von uns schaffen komplett auf Strom zu verzichten. Deinen Stromanbieter zu wechseln (*Werbung*) ist ebenfalls eine einfache Möglichkeit auf deinem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Wasch- und Reinigungsmittel

Wie sieht eigentlich dein Putzschrank aus? Viele der bunten Flüssigkeiten, die wir mit solcher Anstrengung von unseren Minis fern halten, lassen sich relativ einfach durch günstigere und umweltfreundlichere Hausmittel ersetzen. Diese sind in der Regel auch noch ungefährlicher für unsere neugierigen kleinen Wunder. So nutze ich beispielsweise im Alltag gerne eine Mischung aus Wasser, Essigessenz und Zitronensaft.

Warum solltest du auf Hygienespüler verzichten?

Wer möchte sich selbst und seine Familie nicht vor gefährlichen Keimen und Krankheiten schützen? Auch wenn zahlreiche Experten seit Jahren vor der Nutzung warnen, gewinnen die Hersteller von Hygienespüler mit genau diesem Werbeversprechen täglich neue Kunden. Durch die aggressiven Inhaltsstoffe sollen Bakterien, Viren und Pilze abgetötet werden.

Zunächst einmal ist eine sterile Umgebung für gesunde Personen – egal ob Erwachsene oder auch Kinder, Babys und Neugeborene – nicht notwendig und im Gegenteil sogar schädlich. Hygienespüler können nicht nur die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen. Sie stehen auch im Verdacht die Entwicklung von multiresistenten Keimen zu fördern.

Für unsere Umwelt sind Hygienespüler eine Katastrophe. In Kläranlagen werden wichtige Mikroorganismen abgetötet. Hier können die chemischen Inhaltsstoffe außerdem nicht vollständig ausgefiltert werden, so dass diese am Ende in den Wasserkreislauf gelangen können.

Möchtest du deine Wäsche – beispielsweise nach einer schweren Viruserkrankung – doch einmal desinfizieren, kannst du hierfür Tafelessig nutzen. Mische diesen im Verhältnis 1:4 mit Wasser und lasse die betreffenden Wäschestücke für ca. 30 Minuten in der Lösung einweichen. Danach kannst du sie wie gewohnt in die Waschmaschine geben. Im normalen Alltag ist auch das jedoch nicht notwendig.

Das Multitalent Sauerstoffbleiche

Sauerstoffbleiche ist ein wahres Multitalent im Haushalt und dabei auch noch komplett biologisch abbaubar. Obwohl sie zuverlässig desinfizierend wirkt hinterlässt Sauerstoffbleiche keine bedenklichen Rückstände sondern zerfällt zu Wasser, Aktivsauerstoff und Soda.

Fast alle pulverförmigen Vollwaschmittel enthalten Sauerstoffbleiche. Auch für deine Stoffwindeln genügt daher die Wäsche mit einem entsprechenden Vollwaschmittel für eine hygienische Reinigung.

Ist die Wäsche besonders stark verschmutzt, kannst du einen Löffel Sauerstoffbleiche zusätzlich zum Waschmittel mit ins Waschmittelfach geben. Flecken kannst du vorbehandeln indem du 2 EL Sauerstoffbleiche in 3,5 Litern Wasser auflöst und die betroffenen Wäschestücke hierin einweichst. Nach ca. 60 Minuten kannst du die Teile ganz normal waschen. Allerdings solltest du jedes Reinigungsmittel immer zunächst an einer kleinen und unauffälligen Stelle testen.

Sauerstoffbleiche kann darüber hinaus noch in vielen weiteren Bereichen des Haushaltes nützlich sein. So kann sie dir beispielsweise dabei helfen Verfärbungen, Kalk oder Fettablagerungen zu beseitigen. Gibst du regelmäßig jeweils 1 EL Sauerstoffbleiche in deine Abflüsse und spülst mit etwas heißem (nicht kochendem) Wasser nach, bleiben diese sauber. Auch deine Küchenutensilien kannst du reinigen und desinfizieren indem du sie in einer Mischung aus 500 ml Wasser und 1 EL Sauerstoffbleiche einlegst.

Ist die Verwendung von Weichspüler sinnvoll?

Wusstest du, dass viele Weichspüler teilweise aus Schlachtabfällen gewonnen werden? Der Talg der tierischen Inhaltsstoffe legt sich um die Fasern und macht die Wäsche so weicher. Allerdings können sich auf diesen versiegelten Fasern Bakterien viel besser vermehren. Das Gleiche passiert in deiner Waschmaschine. Auch hier lagert sich der Weichspüler ab und bildet einen wunderbaren Nährboden für Keime und Pilze aller Art.

Weichspüler sind in der Regel stark parfümiert. Die Duftstoffe können Allergien auslösen und es ist so gut wie gar nicht möglich diese aus dem Abwasser zu filtern.

Oft werden flauschige Handtücher als Hauptgrund für Weichspüler angeführt. Gerade bei Wäschestücken die Feuchtigkeit aufnehmen sollen macht er aber wenig Sinn, denn er reduziert die Saugkraft. Wenn du schwitzt kann deine mit Weichspüler gewaschene Wäsche kaum Schweiß  aufnehmen.

Alternative zu Weichspüler

Löse 2 TL Soda in 100 ml Wasser auf und gib diese Lösung ins Weichspülerfach.

Mit 20 ml Essig im Weichspülerfach wird nicht nur deine Wäsche weich sondern es werden auch Kalkablagerungen in der Waschmaschine gelöst.

Wann und warum solltest du Enthärter nutzen?

Kennst du eigentlich deine Wasserhärte? Wenn nicht kannst du hier nachsehen oder sie mit einem Teststäbchen selbst bestimmen.

Je härter dein Wasser ist, umso mehr Kalk enthält es. Kalkablagerungen können zu Schäden an deiner Waschmaschine führen. Ablagerungen auf dem Heizstab erhöhen außerdem den Stromverbrauch. Auch für die richtige Waschmitteldosierung ist es wichtig, deine Wasserhärte zu kennen. Kalk senkt nämlich die Wirksamkeit deines Waschmittels. Solltest du weiches Wasser haben darfst du dich darüber freuen, dass du dein Waschmittel entsprechend gering dosieren kannst. Ist das nicht der Fall, solltest du bei jeder Wäsche die richtige Menge Enthärter mit ins Waschmittelfach geben. Nun kannst du ebenfalls für weiches Wasser dosieren und damit jede Menge Waschmittel sparen.

Nachhaltige Wohnungseinrichtung

Du bist gerade umgezogen oder ist es einfach so einmal wieder Zeit für eine neue Einrichtung? Hierauf solltest du achten:

  • Prüfe zunächst einmal ob nicht auch ein Gebrauchtkauf in Frage kommen würde.
  • Achte auf Qualität und eine gute Verarbeitung.
  • Kaufe Möbel die mit wasserbasierten und ökologischen Farben gestrichen wurden.
  • Neutrale Möbelstücke kannst du gegebenenfalls mit Wandaufklebern verschönern, immer wieder umgestalten und so für lange Zeit nutzen.

Nachhaltig einkaufen

Wusstest du, dass jedes Jahr ca. 1/3 der weltweit produzierten Nahrungsmittel weggeworfen werden? Oder dass jeder Deutsche durchschnittlich 4,7 kg Kleidung jährlich entsorgt? Damit dürfte wohl klar sein, dass es hier noch jede Menge Potential für Verbesserung gibt.

Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf

  • Nutze mehrfach verwendbare Einkaufstaschen/-körbe, Gemüsenetze und Brotbeutel (*Werbung*).
  • Kaufe nur das ein, was du wirklich benötigst. Schreibe dir dafür einen Essensplan sowie eine Einkaufsliste und vermeide es hungrig einkaufen zu gehen.
  • Kaufe regional und saisonal ein und greife besser zu unverarbeiteten Produkten.
  • Achte auf Bio- und Fairtrade-Siegel.
  • Verzichte auf Produkte die Palmöl enthalten.
  • Reduziere tierische Produkte, die in der Herstellung jede Menge Wasser verbrauchen und Treibhausgase verursachen.
  • Entscheide dich für Glas- anstelle von Plastikverpackungen.
  • Ein Trinkwassersprudler ist nicht nur besser für die Umwelt sondern spart dir auch schweres Schleppen.

Nachhaltiger Kleiderschrank

Dein Kleiderschrank läuft über und du hast trotzdem nichts zum Anziehen? Wenn der Überblick fehlt verstaubt schnell das eine oder andere potentielle Lieblingskleidungsstück in der hintersten Ecke während du verzweifelt zur nächsten Shoppingtour aufbrichst. Meine unbedingte Empfehlung ist daher zunächst einmal deinen Kleiderschrank auszumisten und zu sortieren. Die Kleidungsstücke, die dich verlassen dürfen, solltest du natürlich nicht achtlos wegwerfen sondern kannst sie an Freundinnen weitergeben, verkaufen oder auch verschenken bzw. spenden.

Jetzt wo du wieder weißt was du hast, kannst du dir auch ganz einfach vor jedem Kauf die Frage beantworten, ob du wirklich ein weiteres Teil benötigst. Verzichte auf Billig-Label und achte statt dessen auf Siegel. Ich bin außerdem ein Freund von zeitlosen Kleidungsstücken, die sich einfach kombinieren lassen und nicht aus der Mode kommen.

Damit du lange Freude an deiner Kleidung hast, solltest du dich unbedingt an die Waschanleitung halten und so auf die richtige Pflege achten. Sollte einmal eine Naht aufgehen oder ein Knopf fehlen, dann nimm dir die Zeit zum Reparieren anstatt es wegzuwerfen.

Nachhaltigkeit in der Küche

Nachhaltigkeit in der Küche endet nicht bei der Lebensmittelauswahl und dem bereits angeführten Sparen von Energie sondern es gibt so viel mehr Möglichkeiten:

  • Versuche so wenig wie möglich wegzuwerfen indem du weniger einkaufst und lagerst bzw.  den Überblick behältst.
  • Reste die ihr nicht verbrauchen könnt kannst du einfrieren, einkochen oder auch an die Nachbarn weitergeben.
  • Wirf abgelaufene Produkte nicht direkt weg sondern prüfe zunächst ob sie nicht doch noch verwendbar sind.
  • Nutze Baumwolltücher statt Küchenpapier.
  • Entscheide dich beim Kauf von Geschirrtüchern für Bio-Baumwolle oder Bio-Leinen.
  • Ersetze Alu- oder Frischhaltefolie durch Brotdosen und Bienenwachstücher (*Werbung*).
  • Für Kaffeemaschinen mit Kapseln oder Pads gibt es wieder befüllbare Alternativen.
  • Kochgeschirr und Schneidebrettchen aus Holz sind nicht nur schön anzuschauen sondern auch langlebig.

Nachhaltigkeit im Badezimmer

Gerade im Bad kann ganz schnell jede Menge Müll anfallen. Dabei gibt es für viele Wegwerfprodukte inzwischen Alternativen:

Außerdem solltest du natürlich deine Kosmetikprodukte (*Werbung*) noch einmal ganz genau anschauen.

Microplastik in Kosmetikprodukten

Bei Microplastik handelt es sich um winzig kleine Kunststoffteilchen unter 5 mm. Leider enthalten noch immer viele Kosmetikprodukte Microplastik obwohl noch keiner abschätzen kann, wie schädlich dieses für unseren Körper ist. Abgesehen davon stellt Microplastik ein echtes Umweltproblem dar. Wenn du mehr über schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten erfahren möchtest, dann ist dieser Blogartikel bestimmt interessant für dich.

Nachhaltigkeit mit Kindern

Das Erste, was mir an dieser Stelle einfällt, ist natürlich das Wickeln mit Stoffwindeln. Dazu gehören auch die Nutzung von waschbaren Schwimmwindeln. Ob und warum das besser für die Umwelt ist kannst du hier nachlesen. Doch das ist natürlich nicht alles, was du tun kannst:

  • Nutze Waschlappen statt Feuchttücher.
  • Kaufe weniger Kleidung die ohnehin nicht lange passen wird.
  • Reduziere die Spielsachen bzw. die Spielzeuggeschenke.
  • Auch bei Kinderkleidung und Spielzeug kannst du auf Gebrauchtes zurückgreifen.
  • Nutzt wieder befüllbare Trinkflaschen und Brotdosen (*Werbung*).

Tipp: Aus leeren Verpackungen oder Toilettenpapierrollen könnt ihr lustige Dinge basteln.

Nachhaltig unterwegs

Wie schnell ist der Weg zum Auto zurückgelegt ohne darüber nachzudenken? Für unsere Minis ist eine Zugfahrt für sich schon ein Erlebnis. Gerade wenn du dich jeden Morgen durch den Berufsverkehr einer Großstadt quälst, schont eine Fahrt mit dem Zug nicht nur deine Nerven sondern schenkt dir auch Zeit. Jeglichen Kommentar über die Spritpreise möchte ich mir zu diesem Zeitpunkt besser sparen.

Doch auch die vielen kurzen Wege können insgesamt eine ganze Menge ergeben. Seit unsere Minis das Radfahren gelernt haben, ist das für sie die einzig wahre Fortbewegungsmethode. Wenn wir unsere Kinder beobachten bemerken wir plötzlich wieder, dass es nicht nur immer darum gehen sollte möglichst schnell von A nach B zu gelangen sondern wie schön es sein kann, wenn sprichwörtlich der Weg das Ziel ist. Morgens in den Kindergarten zu laufen gibt uns Zeit über den Tag zu sprechen während Mittags alle so geschafft und hungrig sind, dass dann doch das Auto zum Einsatz kommt.

Jede Menge Müll und natürlich auch Geld kannst du sparen, wenn du deinen eigenen Kaffeebecher und eine Trinkflasche dabei hast. So bist du immer gut versorgt, selbst wenn es einmal länger als geplant dauert.

Sonstige Ideen für mehr Nachhaltigkeit

  • Nutze eine nachhaltige Suchmaschine.
  • Wechsel zu einer nachhaltigen Bank / Versicherung.
  • Macht einen Ausflug in die Bibliothek anstatt noch mehr Bücher zu kaufen.
  • Zeitungspapier und Stoffreste sind eine Alternative zu Geschenkpapier.
  • Probiere einmal Stofftaschentücher aus.
  • Lege einen kinder- und insektenfreundlichen Naturgarten an.

Empfehlung mit ganz viel Herz

Das waren meine Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, dann findest du jede Menge tolle Infos bei Minje Maid. 

“Frau Mama”

Du möchtest noch mehr Infos rund um deine nachhaltige und achtsame Baby- und Kleinkindzeit? Komm in meine Facebook-Gruppe und tausche dich mit mir und anderen Mamas aus.  

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